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Facebookseite mit Kinderfotos ist offline

Mutter Nadine Hiedl vor einem Bildschirm, auf dem die Facebook-Seite "Little Miss & Mister" zu sehen ist.
Mutter Nadine Hiedl vor einem Bildschirm, auf dem die Facebook-Seite "Little Miss & Mister" zu sehen ist.
Foto: dpa

Rosenheim/Brüssel . Die Facebookseite "Little Miss & Mister" mit gesammelten Kinderfotos ist anscheinend gesperrt worden. Am Freitag, 3. März, war sie nicht mehr verfügbar. Nach Angaben eines Administrators war die Seite bereits am Donnerstagabend gelöscht worden, eine neu angelegte sei dann am Freitag aus dem Verkehr gezogen worden - ebenso alle damit im Zusammenhang stehenden Profile. Facebook selbst äußert sich generell nicht zu einzelnen Seiten und Profilen.

Am Abend war die Seite dann augenscheinlich wieder bei Facebook zu finden, allerdings nach Angaben der Betreiber nur als Kopie, die ein unbekannter Nutzer gemacht habe. Die Seite werde nicht aktiv von den ursprünglichen Machern betrieben. Tatsächlich handelt es sich bei den Postings um alte Einträge vom Vortag.

Kinderfotos weiterverbreitet

Die Seite hatte bei Eltern für Unruhe gesorgt, weil sie Nutzerprofile nach öffentlich sichtbaren Kinderfotos durchforstet und diese weiterverbreitet hat. Zahlreiche Eltern waren gegen die Seite Sturm gelaufen, darunter Nadine Hiedl aus Rosenheim, die bei Facebook eine Opferseite für Betroffene gegründet hat. Hiedl hatte auf der Seite ein zehn Jahre altes Foto von sich und ihrem Sohn gefunden.

Die Seite gab an, Eltern auf die Gefahren von öffentlich geposteten Kinderfotos aufmerksam zu machen. Sie gab zudem Tipps, wie man die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook richtig vornimmt. Die Kritiker der Seite befürchten, die gesammelten Bilder könnten Pädophile anlocken.

Kinder fast nackt

In der vergangenen Woche war die Seite, auf der seit Ende Dezember unzählige Fotos von Kindern zusammengekommen waren, darunter Bilder von Babys und Kleinkindern - zum Teil nahezu nackt, in der Badewanne, in Unterwäsche oder in Badebekleidung am Strand, schon einmal verschwunden und dann an anderer Stelle wieder aufgetaucht.

Internet-Experten und die Polizei warnen immer wieder davor, Fotos von Kindern öffentlich zu posten.