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Polizist schlägt Radfahrerin: 7.200 Euro Geldstrafe

Normalerweise gibt's bei der Fahrradkontrolle höchstens ein Knöllchen und nicht gleich ein blaues Auge (Symbolbild).
Normalerweise gibt's bei der Fahrradkontrolle höchstens ein Knöllchen und nicht gleich ein blaues Auge (Symbolbild).
Foto: dpa

Düsseldorf. Gerichtliches Nachspiel für einen ungeheuerlichen Vorgang: Ein Polizist hat einer Radfahrerin in Düsseldorf die Luft aus dem Reifen gelassen und ihr heftig auf den Kopf geschlagen. Dafür wurde der inzwischen pensionierte Beamte am Montag, 6. März, zu 7.200 Euro Geldstrafe verurteilt.

Das Landgericht sprach den 67-Jährigen wegen Nötigung und Körperverletzung im Amt schuldig. Es bestätigte damit im Berufungsverfahren das Urteil des Amtsgerichts, senkte aber die Strafhöhe von ursprünglich 11.000 Euro deutlich ab. Die Frau hatte bei der Tat vor vier Jahren eine Gehirnerschütterung erlitten.

Kollege hat nichts gemerkt

Sie war nachts ohne Licht unterwegs gewesen. Der Polizist hielt sie an. Um zu verhindern, dass sie weiterfährt, ließ er ihr die Luft aus dem Vorderreifen, sagt die heute 34-jährige Schauspielerin. Sie beschimpfte ihn daraufhin grob. "Dafür geb' ich Dir zwei zurück", habe der Beamte gesagt und ihr zwei Mal auf den Kopf geschlagen. Das Gericht glaubte der Darstellung der Frau.

Der Ex-Polizist hatte den Vorfall bestritten. Sein Anwalt hatte vergeblich Freispruch gefordert. Die Frau hatte damals das Kennzeichen des Streifenwagens notiert. Der Kollege des Beamten bestätigte zwar die Kontrolle der Frau, will aber - zur Verwunderung des Gerichts - von der Misshandlung nichts mitbekommen haben.