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Aus die Maus: Niedersachsen will Tierversuche eindämmen

In einem Labor wird eine Labormaus für einen Versuch vorbereitet.
In einem Labor wird eine Labormaus für einen Versuch vorbereitet.
Foto: dpa
  • Niedersachsen ist Vierter bei den Tierversuchen.
  • Das soll sich jetzt ändern, findet die Politik.
  • Neuer Forschungsverbund soll Alternativen finden.

Hannover. Der Verband Ärzte gegen Tierversuche hat die Politik dazu aufgefordert, Fördermittel anders zu verteilen, um Tierleid zu verringern. Wie Verbandssprecherin Silke Strittmatter sagte, fließen bundesweit jährlich mehrere Milliarden Euro in Tierversuche, aber nur vier bis fünf Millionen Euro in die sogenannte 3R-Forschung.

Dabei geht es um die Reduzierung von Tierversuchen, um das Minimieren von Tierleid und um Ersatzmethoden (Reduction, Refinement, Replacement). Es gebe inzwischen eine große Bandbreite an tierversuchsfreien Verfahren wie zum Beispiel Computersimulationen, sagte Strittmatter. Auch sogenannte Organ-Chips mit nachgebildeten menschlichen Organen in Miniformat könnten Experimente mit Mäusen und Ratten ersetzen.

Niedersachsen will die Anzahl der Tierversuche in den Forschungseinrichtungen des Landes reduzieren und fördert deshalb jetzt die Entwicklung von alternativen Methoden. Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) stellt am Mittwoch, 8. März, einen neuen Forschungsverbund vor, der Ersatzmethoden finden soll.

Heftiger Anstieg

2015 war die Zahl der Tierversuche landesweit im Vergleich zu 2014 um fast die Hälfte gestiegen. Insgesamt wurden 338.747 Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt. Damit lag Niedersachsen nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes auf Platz vier im Vergleich der Bundesländer.

Der Anstieg der Zahl der Versuche hat nach Einschätzung von Experten damit zu tun, dass es immer mehr genmanipulierte Tiere in den Laboren gibt. Dem Verein Ärzte gegen Tierversuche zufolge handelt es sich bei etwa 60 Prozent der Tierversuche in Deutschland um Grundlagenforschung.