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Modelabel in der Kritik: "Entwürdigender 'Porno-Chic'" bei Saint Laurent

Die neue Kampagne Herbst 2017 von Ives Saint Laurent.
Die neue Kampagne Herbst 2017 von Ives Saint Laurent.
Foto: Instagram/Yves Saint Laurent

Paris. Da ist sie wieder: Die Diskussion um Magermodels und die Verdinglichung der Frau. Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März. Das, das in diesen Tagen für Wirbel sorgt, ist Yves Saint Laurent mit seiner Werbekampagne für die Herbstkollektion 2017. Die Models posieren breitbeinig mit Netzstrumpfhosen bekleidet.

Jetzt berichtet unter anderem der "Spiegel" über die heftigen Reaktionen auf die Plakate. Demnach sind bei der französischen Werbeaufsicht rund 50 Beschwerden gegen zwei Werbeplakate eingegangen. Die Aufsicht prüft, ob die Fotos zurückgezogen werden müssen.

Gesetz gegen Mager-Models

"Besorgt den Models einen verdammten Burger", schreibt ein Follower auf dem Instagram-Account des Modeunternehmens. "Entwürdigender Porno-Chic", schreibt eine andere. "Don't looks healthy",steht unter einem anderem Bild.

Hat es die Pariser Modeszene jetzt übertrieben? 2015 hatte Frankreich ein Gesetz gegen zu magere Models beschlossen. Die Pariser Nationalversammlung hatte die Regelung als Teil einer umstrittenen Gesundheitsreform angenommen.

Um auf französischen Modenschauen oder bei Foto-Shootings arbeiten zu können, brauchen die Models seither eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar sei.

Dass die Figuren der Models dennoch wieder in der Kritik stehen, liegt vermutlich auch an den doch sehr eindeutigen Posen. Der "Spiegel" zitiert eine französische Frauenrechtsgruppe. Demnach sei es nicht das erste Mal, dass "Saint Laurent" Grenzen überschritten hat.

Sexistischer Tenor

Dieses Mal sei der sexistische Tenor allerdings nicht zu übersehen. "Die Frauen werden zum Objekt gemacht, hypersexualisiert und in unterwürfigen Posen gezeigt."

Das Unternehmen hat sich laut zu den Vorwürfen nicht geäußert. Doch eins dürfte das Label nicht stören: Aufmerksamkeit für die Marke und seine zweifelhafte Werbekampagne ist ihm sicher.