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Lüneburger Uni-Neubau - als wenn ein Ufo gelandet ist

Das neue Zentralgebäude der Leuphana-Universität in Lüneburg.
Das neue Zentralgebäude der Leuphana-Universität in Lüneburg.
Foto: dpa

Lüneburg. Das von US-Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene neue Zentralgebäude der Leuphana-Universität Lüneburg ist mit einem Festakt eröffnet worden. Libeskind habe erneut eine "Kostprobe seines herausragenden Könnens" gegeben, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Samstag zu Beginn der Feier. Man könne stolz auf den Bau sein.

"2017 ist bei uns im Norden das Jahr der spektakulären Neueröffnungen", fuhr er mit Blick auf die Hamburger Elbphilharmonie fort. Es gebe Parallelen. "Beides sind Gebäude mit einer herausragenden, auffallenden, stilbildenden Ästhetik", meinte er. "Beide Gebäude haben mit Kostendiskussionen im Vorfeld viel Verdruss erlebt." Der "Kostensteigerungsfaktor" sei aber in Lüneburg ungleich niedriger als bei den nördlichen Nachbarn, so Weil.

Mehr als 100 Millionen Euro?

Der futuristische Libeskind-Bau mit schrägen Außenwänden und wenig rechten Winkeln hatte auch wegen steigender Baukosten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Am Ende könnten die Kosten 100 Millionen Euro knapp übersteigen, hatte die Uni zuletzt mitgeteilt - sie sollten ursprünglich bei rund 58 Millionen Euro liegen. Den Großteil tragen der Bund und das Land, die EU sowie die Stadt und der Landkreis Lüneburg. Die Endabrechnung soll nach Angaben der Universität frühestens im Herbst vorliegen.

Kritik kam zu Beginn vor allem von den Fraktionen der Grünen und der Linken im niedersächsischen Landtag. Gabriele Heinen-Kljajic hatte noch 2010 als grüne Oppositionspolitikerin von einem "Luftschloss" gesprochen, am Samstag war sie als Wissenschaftsministerin der rot-grünen Landesregierung dabei.

Die Leuphana sei zwar eine Stiftungs-Universität, der Bau dürfte aber nicht zu Lasten von Forschung und Bildung gehen, erklärte sie am Rande des Festaktes. Die Landesregierung werde der Uni weiter tatkräftig zur Seite stehen.

Architekt: Befreiung von Vergangenheit

Die militärische Architektur auf dem Campus mit seinen einst von der Wehrmacht genutzten Kasernenbauten stehe für ein autoritäres System, hat Libeskind einmal erklärt. Schon die Achsenführung sei auf marschierende Menschen ausgerichtet. "Das Zentralgebäude ist das genaue Gegenteil", betonte er damals.

"Das Gebäude steht für die Freiheit, Räume auf eine vollkommen neue, erfinderische Weise zu benutzen. Es steht für die Befreiung von der Vergangenheit." Man könne nicht Architekt sein, wenn man nicht an die Zukunft glaube, betonte Libeskind am Samstag in diesem Zusammenhang.