Welt 

Tödlicher Luftangriff auf Flüchtlingsboot

  • Flüchtlinge gibt es auch auf Roten Meer.
  • Sie fliehen vor Kriegen und Konflikten.
  • Doch auch hier sind sie nicht sicher.

Sanaa. Beim Beschuss eines Flüchtlingsbootes vor der Westküste des Jemens sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 42 Somalier getötet worden. Etwa 80 Überlebende seien in Krankenhäuser im Jemen gebracht worden, sagte IOM-Sprecher Joel Millman am Freitag, 17. März, in Genf. 30 wurden verletzt. Er bezog sich dabei auf Berichte von Mitarbeitern der Organisation im Jemen.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) berichtete von 33 Toten und 29 Verletzten. Das Boot sei auf dem Weg in Richtung Sudan gewesen, als es vor der Küste der Provinz von einem Militärhubschrauber angegriffen worden sei.

Die Region im Westen des Jemens wird überwiegend von schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert. Im Jahr 2014 hatten die Huthis große Teile des Nordjemens eingenommen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa.

Seit März 2015 fliegt Saudi-Arabien zusammen mit verbündeten sunnitisch-arabischen Staaten Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt die international anerkannte sunnitische Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi.

"Grauenvolle Szenen"

Die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba machte die von Saudi-Arabien geführte und von den USA unterstützte Koalition für den Angriff auf das Flüchtlingsboot verantwortlich.

«Es waren grauenvolle Szenen», sagte Eric Christopher Wyss vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK). «Ich habe Männer, Frauen und Kinder gesehen, die entweder tot waren oder fürchterlich verletzt.»