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IS reklamiert London-Attentat für sich

Istanbul/London. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Terroranschlag in London für sich beansprucht. Ein "Soldat" des IS habe die Operation ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag über das Internet unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise der Extremisten

Der Angreifer sei damit Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet. Auf diesem Weg hatten sich die Extremisten auch zu anderen Attentaten in Europa bekannt.

Angreifer war bekannt

Der Attentäter war der britischen Polizei einschlägig bekannt. Gegen den aus Großbritannien stammenden Mann war bereits vor einigen Jahren ermittelt worden, berichtete Premierministerin Theresa May im Parlament. Er stand im Verdacht, ein gewalttätiger Extremist zu sein. May bezeichnete ihn in ihrer Rede als "Randfigur".

Einen Tag nach dem Terrorakt in London wurde möglicherweise in der belgischen Stadt Antwerpen ein Anschlag verhindert. Nach Angaben eines Polizeisprechers raste ein Mann mit hohem Tempo durch die City. Menschen mussten zur Seite springen. Die Polizei nahm den Mann fest.

Bei dem Anschlag am Mittwoch waren vier Menschen getötet worden, darunter auch der Attentäter. Etwa 40 Menschen wurden von ihm verletzt. Darunter waren laut Premierministerin Theresa May auch ein Deutscher sowie drei Schüler aus Frankreich. Der Angreifer sei in Großbritannien geboren worden.

Acht Festnahmen

Nach dem Terroranschlag in London hat die Polizei bei mehreren Razzien im Land acht Personen festgenommen. In London, Birmingham und anderen Orten seien Wohnungen durchsucht worden, teilte ein Sprecher von Scotland Yard am Donnerstag mit. In welcher Beziehung die Festgenommenen zu dem Täter stehen, sagte er nicht. "Wir gehen immer noch davon aus, dass der Angreifer ein Einzeltäter war", sagte der Polizeisprecher. Der Mann sei durch den internationalen Terrorismus zu der Tat angeregt worden.

Die Tat löste international Bestürzung und Anteilnahme aus. Das britische Parlament und Scotland Yard gedachten ebenso wie Abgeordnete in Deutschland der Opfer. Paris schaltete die Beleuchtung des Eiffelturms ab, das Brandenburger Tor in Berlin sollte das Brandenburger Tor in Berlin in den Farben der britischen Flagge angestrahlt werden. Für 19 Uhr ist eine Gedenkveranstaltung auf dem Trafalgar Square in London geplant.