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Bluttat von Hameln – Anklage wegen Mordversuchs

Polizisten gehen am 21. November 2016 über eine Straßenkreuzung in Hameln. Hier hatte am Vorabend ein Mann eine junge Frau mit einem Seil an die Anhängerkupplung eines Autos gebunden und rund 250 Meter weit durch Hameln geschleift. Nun wurde Anklage erhoben.
Polizisten gehen am 21. November 2016 über eine Straßenkreuzung in Hameln. Hier hatte am Vorabend ein Mann eine junge Frau mit einem Seil an die Anhängerkupplung eines Autos gebunden und rund 250 Meter weit durch Hameln geschleift. Nun wurde Anklage erhoben.
Foto: dpa

Hameln. Im erschütternden Fall einer jungen Frau, die mit einem Strick um den Hals in Hameln hinter einem Auto hergeschleift wurde, ist Anklage gegen den Ex-Partner der Frau erhoben worden. Dem 39-Jährigen wird versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und eine vorangegangene Morddrohung angelastet, teilte die Staatsanwaltschaft Hannover mit.

Im Streit um das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn soll der Mann die 28-Jährige Ende November erst mit zwei Messerstichen schwer verletzt und dann 250 Meter weit durch Straßen in Hameln geschleift haben. Die Frau befand sich zunächst in Lebensgefahr und in einem künstlichen Koma, im Dezember konnte sie die Klinik verlassen.

Frau leidet psychisch

Wie der "Spiegel" berichtet, ist die Frau körperlich weitgehend genesen, leidet aber psychisch unter den Folgen der Tat. Der damals zwei und mittlerweile drei Jahre alte Junge befand sich während der Fahrt mit im Auto.

Bereits zwei Tage vor der Tat hatte der Ex-Lebensgefährte nach Angaben der Staatsanwaltschaft gedroht, die 28-Jährige zu töten. Die Frau zeigte ihren früheren Lebensgefährten deshalb bei der Polizei an. Bei einer sogenannten Gefährder-Ansprache war der Mann einsichtig.

Wie der "Spiegel" berichtet, räumte er die Tat gleich bei seiner ersten Vernehmung ein. Außer um das Sorgerecht sei es um Unterhaltszahlungen und teuren Goldschmuck gegangen. Schon vor der Bluttat soll es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen sein.