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Angeklagter im Höxter-Prozess: "hoffnungslos überfordert"

Im Mordprozess um die Misshandlungen mehrerer Frauen in Höxter sitzt der Angeklagte Wilfried Max W. am Dienstag, 6. Dezember, im Landgericht Paderborn.
Im Mordprozess um die Misshandlungen mehrerer Frauen in Höxter sitzt der Angeklagte Wilfried Max W. am Dienstag, 6. Dezember, im Landgericht Paderborn.
Foto: dpa

Paderborn. Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im "Horror-Haus" von Höxter hat der Angeklagte seine Aussage überraschend abgebrochen. In einem Brief habe Wilfried W. kurzfristig mitgeteilt, er sehe sich zur Zeit nicht in der Lage, in der Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen, sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Paderborn am Dienstag.

Der Verteidiger des unter Mordverdacht stehenden Angeklagten erläuterte, bevor dieser seine Aussage möglicherweise fortsetze, wolle er ausführlich mit dem psychiatrischen Gutachter sprechen, der ihn seit einiger Zeit untersuche. Sein Mandant sehe sich "hoffnungslos überfordert" durch die Anwesenheit der mitangeklagten Ex-Frau.

An den vergangenen beiden Verhandlungstagen hatte der 47-Jährige bereitwillig zu seinem Leben und dem nach seiner Schilderung schwierigen Verhältnis zur mitangeklagten Angelika W. ausgesagt. Dabei stellte er sich als Mitläufer bei den Gewalttätigkeiten seiner Ex-Frau dar.

Das Duo muss sich seit Oktober 2016 wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen verantworten. Über Jahre hinweg sollen die beiden mehrere Frauen in ihr Haus nach Höxter gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien.