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Explosion in St. Petersburger U-Bahn: Mindestens elf Tote

St. Petersburg. Bei einer Explosion in einer U-Bahn-Station im Zentrum der russischen Stadt St. Petersburg sind mindestens elf Menschen getötet worden; war zunächst von "mindestens zehn Opfern" die Rede, verlor am Abend ein Schwerverletzter den Kampf ums Überleben. Das berichtete die Agentur Tass am Montag, 3. April. Etwa 50 Menschen seien verletzt worden. Den Angaben nach explodierte ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen zwei Stationen im Zentrum.

Präsident Wladimir Putin war am Montag in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf, um seinen weißrussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko zu treffen.

Behördenquellen schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm Dynamit. Sieben U-Bahn-Stationen im Zentrum der Fünf-Millionen-Stadt wurden geräumt.

Der genaue Hintergrund der Explosion war zunächst unklar. In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die U-Bahn in Moskau mit zahlreichen Toten gegeben. In St. Petersburg gab es bislang keine Anschläge.

These vom Selbstmordattentäter

Zunächst hatten die Ermittlungsbehörden berichtet, dass sie nicht von einem Selbstmordattentat ausgehen: Videokameras hätten eine Person erfasst, die die Bombe in dem Wagen ablegte, meldete Interfax. Der Sprengsatz sei mit Metallteilen versehen gewesen, um die tödliche Wirkung zu verstärken. Im Internet machten Bilder des zerstörten U-Bahn-Wagens die Runde.

Am Abend wurden die Einschätzungen vorsichtiger: "Es gibt eine Version, nach der die Bombe von einem Selbstmordattentäter getragen wurde", hieß es aus Sicherheitskreisen. Nach bisherigem Kenntnisstand soll der Mann 23 Jahre alt sein und radikal-islamistische Verbindungen haben.

Die staatliche Agentur Tass zitierte eine Quelle, nach der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten.

Zweiter Sprengsatz zündete nicht

Ein zweiter Sprengsatz wurde in der Metrostation Ploschtschad Wosstanija unter dem wichtigsten Bahnhof der Stadt entdeckt. Er explodierte aber nicht. Spezialisten des Inlandsgeheimdienstes FSB hätten ihn entschärft.