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Lebensretter: Neue Helme für Polizisten

Die Polizeidirektion Hannover testet seit dem 4. April sogenannte "First Response Helme". Die Helme sollen vor Schlägen und Beschuss von großkalibrigen Handfeuerwaffen schützen.
Die Polizeidirektion Hannover testet seit dem 4. April sogenannte "First Response Helme". Die Helme sollen vor Schlägen und Beschuss von großkalibrigen Handfeuerwaffen schützen.
Foto: dpa
  • Besserer Schutz für Streifenpolizisten.
  • Ein Helm - viele Einsatzmöglichkeiten.
  • Bundesweiter Einsatz nach Testphase.

Hannover. Zum besseren Schutz bei Terror- oder Amokeinsätzen testet Niedersachsens Polizei kugelsichere Helme, mit denen künftig jeder Streifenwagen ausgerüstet werden soll. Die ersten 40 der Helme, die auch einem Beschuss mit Handfeuerwaffen größeren Kalibers standhalten, übergab Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag, 4. April, der Polizeiinspektion Hannover-Ost.

Bis Ende August sollen die Helme dort von der Verfügungseinheit intensiv getestet werden, unter anderem bei Großereignissen wie Fußballspielen.

"Die beste verfügbare Ausrüstung, um sich vor Angriffen zu schützen"

"Polizisten riskieren für die Sicherheit von uns allen regelmäßig ihre Gesundheit und in Extremfällen auch ihr Leben", sagte der Minister. "Darum brauchen sie die beste verfügbare Ausrüstung, um sich vor Angriffen zu schützen." Nach erfolgreicher Erprobung solle die Polizei flächendeckend die Helme erhalten. Mindestens jedes Streifenfahrzeug soll mit zwei der ballistischen Helme ausgestattet werden.

In allen Bundesländern laufen nach Angaben des Innenministeriums Bestrebungen, die Beamten für den täglichen Dienst mit besseren Helmen auszustatten. Weil Terroristen oft mit schweren Waffen schießen, hatte eine Arbeitsgruppe der Innenminister von Bund und Ländern den Landespolizeien empfohlen, ihre Beamten besser zu schützen.

Gutes Feedback

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen äußerte sich positiv zu den neuen Helmen. "Alles, was unsere Kollegen besser schützt, stößt auf unseren Zuspruch", sagte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. Die neuen Helme gewährleisteten einen besseren Schutz, auch vor Kugeln.

Eine Ausstattung nicht nur mit kugelsicheren Helmen sondern auch mit Sturmgewehren forderte der polizeipolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Adasch. Während Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen ihre Polizisten als Reaktion auf die zunehmende Terrorgefahr mit Sturmgewehren ausstatteten, verfüge Niedersachsens Landespolizei meist nur über Maschinenpistolen.

Viele Einsatzmöglichkeiten

Die neuen Helme hat Niedersachsen gemeinsam mit dem österreichischen Hersteller Ulbrichts Witwe konzipiert, der bereits 850 Helme für die hessische Polizei lieferte. An den aus einem Materialmix aus Titan und Aramid bestehenden Helmen können in Sekundenschnelle unterschiedliche Visiere und ein Nackenschutz angebracht werden, der entweder gegen Kugeln oder brennbare Flüssigkeiten schützt.

Mit einer Verstellschraube kann auch die Größe angepasst werden, damit die Helme personenunabhängig nutzbar sind. Ohne Anbauteile wiegen die Helme rund zwei Kilogramm, was wichtig ist, denn die Helme sollen schützen, ohne den Einsatz zu erschweren.