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Trump droht Assad - lässt Konsequenzen aber offen

Ein Foto, das am 04. April 2017 von syrischen Regierungsgegnern der Gruppe Edlib Media Center zur Verfügung gestellt wurde, zeigt wie ein Opfer des Giftgasangriffs in Chan Scheichun zur Behandlung getragen wird.
Ein Foto, das am 04. April 2017 von syrischen Regierungsgegnern der Gruppe Edlib Media Center zur Verfügung gestellt wurde, zeigt wie ein Opfer des Giftgasangriffs in Chan Scheichun zur Behandlung getragen wird.
Foto: dpa
  • In Sachen Syrien schlägt Trump einen neuen Ton an.
  • Der mutmaßliche Giftgasangriff habe vieles verändert.
  • Was die USA konkret tun können und werden, bleibt völlig offen.

Washington. Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff mit inzwischen mehr als 80 Toten hat US-Präsident Donald Trump der syrischen Regierung indirekt gedroht. "Für mich sind damit eine ganze Reihe von Linien überschritten worden", sagte Trump am Mittwoch. Der Angriff auch auf Frauen, Kinder und Babys sei entsetzlich und furchtbar.

Dieser "Affront des Assad-Regimes gegen die Menschlichkeit kann nicht toleriert werden." Trump äußerte sich aber nicht dazu, wie eine Antwort der USA aussehen könnte. Er deutete militärische Schritte lediglich an und sagte, es sei Teil seiner Politik, solche im voraus nicht zu verraten, sollte es sie denn geben.

Wenig Details

Die Äußerungen des US-Präsidenten waren seine bisher deutlichsten an die Adresse des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Er fügte hinzu, seine Einstellung zu Assad habe sich verändert. Die syrische Regierung werde ein Zeichen erhalten. "Sie werden es auf jeden Fall bekommen, glauben Sie mir das." Trump ging jedoch nicht weiter ins Detail. Auch Russland, den wichtigsten Verbündeten der Assad-Regierung, erwähnte der Präsident bei der Pressekonferenz nicht.

Der US-Präsident hat seit Amtsantritt in mehreren Bereichen große und fundamentale Pläne angekündigt, denen bis dato wenig folgte. Er telefonierte am Mittwoch auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Weiße Haus machte jedoch keine Angaben dazu, ob es in dem Gespräch auch um Syrien ging.

Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, kritisierte die Trump-Regierung scharf. Es sei fatal, dass Washington sich derzeit nicht klar positioniere, sagte der SPD-Politiker der "Huffington Post". "Es gibt etwa keine Forderungen mehr, ein Syrien ohne Assad zu planen wie noch unter Obama."