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Giftgas-Gräuel: USA attackieren Syrien und Russland

Das von der "Syria Civil Defence" (Weißhelme) zur Verfügung gestelltes Foto zeigt einen freiwilligen Helfer, der ein Opfer eines Giftgasangriffs in Chan Scheichun, Syrien, versorgt.
Das von der "Syria Civil Defence" (Weißhelme) zur Verfügung gestelltes Foto zeigt einen freiwilligen Helfer, der ein Opfer eines Giftgasangriffs in Chan Scheichun, Syrien, versorgt.
Foto: dpa

Den Haag. Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien haben die USA die syrische Regierung und Russland scharf attackiert. Syrien besitze noch immer Chemiewaffen und setzt sie bewusst ein, erklärte US-Botschafter Kenneth Ward am Donnerstag, 13. April, in Den Haag bei einer Sondersitzung der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW). Der Diplomat beschuldigte Russland der Beihilfe. Moskau unterstütze Syrien dabei, "die Wahrheit zu verbergen" und schütze das Land vor den Konsequenzen.

"Angriff gegen Anstand"

Syrien habe bewusst Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt, erklärte der US-Diplomat. Dies sei "ein direkter Angriff gegen die Chemiewaffenkonvention und ein direkter Angriff gegen den menschlichen Anstand".

Die OPCW hatte ein Expertenteam mit der Prüfung des Giftgas-Angriffes vom 4. April in Syrien beauftragt. Der Bericht der OPCW soll nach Angaben der Organisation in etwa drei Wochen vorliegen. Bei dem Angriff waren etwa 90 Menschen getötet worden. Als Reaktion hatten die USA einen syrischen Luftwaffenstützpunkt angegriffen. Damaskus weist jede Verantwortung für den Giftgasangriff zurück.

Syrien war nach einem früheren Giftgasangriff 2013 unter starkem internationalem Druck der OPCW beigetreten und hatte der Vernichtung seiner Chemiewaffenbestände zugestimmt. Bis jetzt ist aber unklar, ob Syrien tatsächlich alle Bestände der OPCW übergeben hat.