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Arkansas im Todesrausch: Weitere Häftlinge hingerichtet

Auf solchen Liegen werden Todeskandidaten festgeschnallt wenn ihnen die Gift-Injektion gesetzt wird. Hier ein Foto aus dem Gefängnis im texanischen Huntsville. (Archivbild)
Auf solchen Liegen werden Todeskandidaten festgeschnallt wenn ihnen die Gift-Injektion gesetzt wird. Hier ein Foto aus dem Gefängnis im texanischen Huntsville. (Archivbild)
Foto: dpa

Little Rock. Zwei zum Tode verurteilte Häftlinge sind im US-Bundesstaat Arkansas am Montag (Ortszeit) mit der Giftspritze hingerichtet worden. Jack Jones, im Jahr 1996 wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilt, sei am Abend mit der Giftspritze exekutiert worden, teilte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Leslie Rutledge, mit. Rund drei Stunden später wurde auch Marcel Williams hingerichtet - ebenfalls ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger.

Die Exekutionen sind Teil einer geplanten Serie von ursprünglich insgesamt acht Hinrichtungen binnen weniger als zwei Wochen. Hintergrund ist, dass bei den Vorräten des Wirkstoffes Midazolam als Teil des Giftcocktails Ende April das Haltbarkeitsdatum abläuft. Die US-Behörden haben Nachschubprobleme, weil einige Hersteller ihre Mittel nicht für Exekutionen zur Verfügung stellen.

Menschenrechtler entrüstet

Es war das erste Mal seit 16 Jahren, dass in einem US-Bundesstaat an einem Tag zwei Menschen exekutiert wurden. Menschenrechtler liefen Sturm gegen die Hinrichtungsserie und forderten die Abschaffung der 1976 in den USA wieder eingeführten Todesstrafe. Die Anwälte der Getöteten hatten in einer beispiellosen Justizschlacht bis zuletzt versucht, die Vollstreckung der Todesurteile zu verhindern oder zumindest aufzuschieben.

Am Donnerstag war bereits Ledell Lee (51) mit der Giftspritze getötet worden. Die Vollstreckung mindestens zweier weiterer Urteile wurde von Gerichten vorerst gestoppt.