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Tierschützer lehnen neues Tierwohl-Label ab

Das nachgebsserte Tierwohl-Label geht Tier- wie Verbraucherschützern nicht weit genug (Symbolbild).
Das nachgebsserte Tierwohl-Label geht Tier- wie Verbraucherschützern nicht weit genug (Symbolbild).
Foto: dpa

Berlin. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt das staatliche Label für mehr Tierwohl auch mit den erhöhten Anforderungen für die Schweinehaltung ab. Als Grund nannte Verbandschef Thomas Schröder in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch), die so zu kennzeichnenden Standards gingen aus seiner Sicht kaum über das gesetzlich ohnehin festgelegte Maß hinaus. "So schafft man keinen nachhaltigen Tierschutz im Stall." Erst am Dienstag hatte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) das neue Tierwohl-Konzept in Berlin vorgestellt. Demnach soll das Label etwa für Fleisch im Supermarkt spürbar höhere Anforderungen in der Schweinezucht garantieren.

Schon in der Eingangsstufe sollten die Kriterien über gesetzliche Standards und auch über eine bestehende Tierwohl-Initiative von Handel und Landwirtschaft hinausgehen, erklärte Schmidt. Der Präsident der Tierschutzbundes teilte diese Ansicht nicht: Es handele sich um ein übereilt aufgestelltes Modell.

Das Siegel soll nun eine "Premiumstufe" mit höheren Anforderungen bekommen. Erste Betriebe könnten wohl 2018 zertifiziert werden. Einen Gesetzentwurf dafür will Schmidt bis zur Bundestagswahl im Herbst noch vorstellen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch mahnte gesetzliche Vorgaben an, "damit alle und nicht nur einige wenige Nutztiere tiergerecht gehalten werden". Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff forderte: "Wir brauchen eine verpflichtende Haltungskennzeichnung wie bei den Eiern."