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Heiße Tage im Hotel: Mutter sucht Michael

München/Halle. Eine Frau verbringt vier Tage mit einem Mann in einem Hotel. Neun Monate später bringt sie ein Baby zur Welt. Einen kleinen Joel. Problem: Vom Vater kennt sie nur den vermeintlichen Vornamen: Michael. Keinen Nachnamen, keine Anschrift. Das Hotel will ihr auch nicht mehr verraten. Aus Datenschutzgründen. Jetzt hat das Amtsgericht München in dem ungewöhnlichen Fall entschieden.

Vier mal Michael

Laut "Abendzeitung" wollte die Frau aus Halle herausfinden, wo ihr Michael wohnt und wie er weiter heißt. Ihr ging es offenbar auch um Unterhaltszahlungen. Das Hotel verweigerte die Aussage; offenbar hatten vier Männer mit dem Vornamen Michael zum entsprechenden Zeitpunkt eingecheckt. Anspruch auf Auskunft bestehe nicht, so das Hotel.

Klage scheitert

Dagegen klagte die Frau. Und scheiterte. "Väterroulette", so nennt das Gericht seine Entscheidung. "Das Recht der betroffenen Männer auf informationelle Selbstbestimmung und auf den eigenen Schutz der Ehe und Familie" überwiege die Rechte der Klägerin, hieß es. Die betroffenen Männer hätten das Recht auf Achtung der Privat- und Intimsphäre.

Zumal die Frau den Mann nur sehr vage beschreiben könne und nicht einmal wisse, ob er auch wirklich Michael heiße. Zwar fiel das Urteil schon im Oktober, aber erst jetzt wurde es veröffentlicht – es ist rechtskräftig.