Welt 

IS-Razzia: Terror-Verdächtige in Sachsen-Anhalt?

Polizeifahrzeuge bei einer Razzia in einer Hauseinfahrt in Leipzig. Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwochmorgen mehrere Wohnungen in Bayern, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt durchsuchen lassen.
Polizeifahrzeuge bei einer Razzia in einer Hauseinfahrt in Leipzig. Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwochmorgen mehrere Wohnungen in Bayern, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt durchsuchen lassen.
Foto: dpa

Magdeburg. Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist erneut gegen mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat vorgegangen. Beamte des Landeskriminalamts (LKA) durchsuchten am Mittwochmorgen eine Wohnung in Wittenberg sowie eine leerstehende Betriebsstätte in Lützen (Burgenlandkreis), wie ein LKA-Sprecher in Magdeburg sagte.

Dabei seien Unterlagen und Speichermedien sichergestellt worden. Experten sollen sie in den kommenden Tagen auswerten. Es handele sich um Objekte, in denen sich ein mutmaßlicher Unterstützer der Terrormiliz zwischenzeitlich aufgehalten haben soll.

Drei Verdächtige im Visier

Das LKA war im Auftrag der Bundesanwaltschaft im Einsatz. In diesem Zusammenhang wurden auch Wohnungen in Bayern, Berlin und Sachsen durchsucht. So wurden in Leipzig nach Polizeiangaben drei Objekte durchsucht.

Es gehe um drei namentlich bekannte Beschuldigte, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Bei zwei von ihnen werde wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ermittelt, gegen den dritten Mann wegen Unterstützung. Festgenommen wurde niemand.

Erst am Dienstag hatten LKA-Beamte in Magdeburg auf Geheiß der Bundesanwaltschaft einen 30 Jahre alten Syrer festgenommen, der sich 2013 dem IS angeschlossen haben soll. Er soll laut Behörde an der Eroberung von Gasquellen und der syrischen Stadt Tabka beteiligt gewesen sein. Dabei soll er einem Scharfschützen des syrischen Regimes die Kehle durchgeschnitten haben.

Der Verdächtige hatte sich in seiner Wohnung widerstandslos festnehmen lassen. Einen Zusammenhang zwischen den jetzigen Durchsuchungen und der Festnahme am Vortag gibt es nach Angaben des LKA-Sprechers nicht.