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Mutmaßlicher Manchester-Bomber identifiziert

Bewaffnete Polizisten in der Nähe der Manchester Arena.
Bewaffnete Polizisten in der Nähe der Manchester Arena.
Foto: dpa

Manchester. Bei der blutigsten Terrorattacke in Großbritannien seit fast zwölf Jahren sind mindestens 22 Menschen und der Attentäter gestorben. Der Anschlag in Manchester traf vor allem Kinder und Jugendliche. Mehrere Besucher des Popkonzerts von Teenie-Star Ariana Grande, an dessen Ende ein mutmaßlich islamistischer Selbstmordattentäter am späten Montagabend eine Bombe gezündet hatte, wurden am Dienstag noch vermisst.

Am Abend nannte die Polizei den 22 Jahre alten Salman Abedi als Hauptverdächtigen. Medienberichten zufolge ist er in Manchester aufgewachsen. Die Terrormiliz IS behauptete, für den Anschlag verantwortlich zu sein.

Noch in Lebensgefahr

Bei der Attacke starb auch ein achtjähriges Mädchen. Die Identität eines ebenfalls getöteten 18 Jahre alten Mädchens sowie eines erwachsenen Mannes (28) wurden am Dienstag ebenfalls offiziell bekannt. Mindestens 59 Verletzte kamen in Krankenhäuser, einige schwebten noch in Lebensgefahr.

Zu dem mutmaßlichen Attentäter gab Ermittler Ian Hopkins vorerst keine weiteren Details bekannt. Es werde geprüft, ob dieser allein gehandelt habe oder Teil eines Netzwerks gewesen sei, hieß es. Nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA kam der Hinweis auf den Mann aus den USA. Die Zeitung "Telegraph" berichtete, Abedi sei 1994 in Manchester geboren worden. Seine Eltern, die noch zwei Söhne und eine Tochter haben, sollen Flüchtlinge aus Libyen sein.

Wahlkampf gestoppt

Premierministerin Theresa May nannte die Tat besonders "abstoßend und abscheulich". In gut zwei Wochen wählen die Briten ein neues Parlament. Der Wahlkampf wurde unterbrochen. Für Dienstagabend war eine zweite Sitzung des Sicherheitskabinetts in London geplant.

Der Attentäter habe am Ende des Konzerts einen selbstgebauten Sprengsatz hochgehen lassen, sagte May nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London: "Er hat Zeit und Ort absichtlich so gewählt, um das größtmögliche Blutbad anzurichten." Den Rettungskräften zufolge waren unter den Verletzten zwölf Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Laut IS konnte ein "Soldat" der Terrormiliz eine Bombe platzieren, Anhänger feierten dies in sozialen Netzwerken. US-Präsident Donald Trump verurteilte die Tat: "So viele junge Menschen sind von bösartigen Verlierern ermordet worden."