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Bericht: Attentäter war auch in Deutschland

Polizisten sind am 24. Mai 2017 an einem Haus in der Elsmore Road in Manchester zugange. Details zu dem Einsatz wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt hat die Polizei bis zum Donnerstagmorgen, 25. Mai, neun Menschenfestgenommen, eine Frau wurde aber wieder auf Freien Fuß gesetzt.
Polizisten sind am 24. Mai 2017 an einem Haus in der Elsmore Road in Manchester zugange. Details zu dem Einsatz wurden zunächst nicht bekannt. Insgesamt hat die Polizei bis zum Donnerstagmorgen, 25. Mai, neun Menschenfestgenommen, eine Frau wurde aber wieder auf Freien Fuß gesetzt.
Foto: dpa

Update: Der Manchester-Attentäter Salman Abedi ist nach Erkenntnissen der Polizei über den Flughafen Düsseldorf nach Großbritannien geflogen. Allerdings sei er hier nur umgestiegen und habe sich dafür kurzzeitig im Transit- beziehungsweise Sicherheitsbereich aufgehalten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bisher hätten die Ermittlungen der NRW-Sicherheitsbehörden zu keinen weiteren Erkenntnissen für Kontakte des Mannes nach NRW geführt. Nähere Angaben wollte ein Sprecher nicht machen. Die Polizei in Düsseldorf und die NRW-Sicherheitsbehörden unterstützten die Ermittlungen der britischen Behörden zum Anschlag in Manchester, hieß es.

Manchester. Der Manchester-Attentäter Salman Abedi ist nach einem Bericht von "Focus Online" vier Tage vor dem Anschlag von Düsseldorf aus in die britische Stadt geflogen. Das hätten Berliner Sicherheitskreise bestätigt. Zudem sei der Mann bereits 2015 von Frankfurt am Main aus nach Großbritannien gereist. Offenbar sei er damals zuvor bei einer paramilitärischen Ausbildung in Syrien gewesen, habe Scotland Yard dem Bundeskriminalamt (BKA) mitgeteilt.

Dem Bericht zufolge war Abedi namentlich nicht in internationalen Fahndungssystemen erfasst. Er habe auch auf keiner Beobachtungsliste gestanden, mit denen Reisebewegungen verdächtiger Islamisten erfasst werden.

"Die Szene ist international eng verflochten", sagte ein BKA-Experte dem "Focus". "Wir müssen klären, ob Abedi in Syrien Leute kennengelernt hat, die er jetzt in NRW oder Hessen getroffen hat."

Neun Festnahmen

Nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Todesopfern sucht die Polizei weiter nach möglichen Komplizen des Attentäters. In der Nacht zu Donnerstag gab es weitere Festnahmen. Mittlerweile wurden im Zusammenhang mit der Tat neun Menschen ergriffen, darunter in Libyen ein Bruder des Attentäters und sein Vater. Eine Frau wurde allerdings am frühen Donnerstagmorgen, 25. Mai, ohne Anklage wieder freigelassen. Die anderen sollen befragt werden.

Die Ermittler machen den 22-jährigen Salman Abedi für den Anschlag auf das Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande am Montag verantwortlich. Sie gehen aber davon aus, dass er Komplizen hatte. Abedi war bei der Attacke ums Leben gekommen und hatte mit einem selbst gebauten Sprengsatz 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter viele Kinder und Jugendliche. Mindestens 59 Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht, viele davon lebensgefährlich.

Der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, hatte erklärt, er gehe davon aus, "dass es sich um ein Netzwerk handelt, dem wir nachgehen". Zuvor hatten bereits die britische Premierministerin Theresa May und Innenministerin Amber Rudd angedeutet, eine größere Gruppe von Personen könne hinter der Tat in Manchester stehen.

Großbritannien rief erstmals seit 2007 die höchste Terrorwarnstufe aus. Dadurch erhält die Polizei nun Hilfe vom Militär. Laut Regierung werden derzeit knapp 1.000 militärische Kräfte zur Unterstützung der Polizei eingesetzt.