Welt 

Obama beim Kirchentag: "Es gab keinen anderen Weg"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-US-Präsident Barack Obama diskutieren zusammen mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm (l) und der Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-US-Präsident Barack Obama diskutieren zusammen mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm (l) und der Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag.
Foto: dpa

Berlin. Der frühere US-Präsident Barack Obama hat den Drohneneinsatz im Kampf gegen Terroristen verteidigt, aber auch Fehler während seiner Amtszeit eingestanden. "Wie schützt man sein Land vor Dingen, wie wir sie in Manchester oder Berlin oder Paris und Nizza erlebt haben?", fragte Obama am Donnerstag bei einer Diskussionsrunde auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin.

"Wenn wir Leben so gering schätzen wie unsere Gegner, verlieren wir", fügte er hinzu. Der Kampf gegen den Terrorismus sei kein Kampf gegen ein einzelnes Land, sondern gegen einzelne Gruppen, gegen "Menschen, die sich im Schatten aufhalten", sagte der Ex-Präsident.

Entscheidungen, die zum Tod führten

Obama räumte aber auch ein: "Manchmal haben meine Entscheidungen zum Tod von Zivilisten geführt, weil es Fehler gab. Aber es gab keine anderen Wege, um an Terroristen zu kommen [...] Drohnen selbst sind nicht das Problem, das Problem ist der Krieg."

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in derselben Debatte, Krieg müsse immer das letzte Mittel sein. Vor bewaffneten Einsätzen müsse immer "auf Basis unserer Werte" geprüft werden, ob alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft worden seien.

Das US-Drohnenprogramm war ein zentraler Teil der Anti-Terror-Strategie Obamas. Der Präsident hatte nach seinem
Amtsantritt 2009 die Drohneneinsätze verstärkt. Er hatte Luftangriffe in Pakistan, Jemen, Libyen, Somalia und möglicherweise auch anderen Orten angeordnet.

Live-Video aus Berlin