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Polizei: Verhafteter Mann ist Mörder von Carolin

Ein Schuh der ermordeten Joggerin war zunächst der wichtigste Fund der Ermittler. Knapp acht Monate nach der Tat ist die Polizei nun sicher: Der Täter ist gefasst.
Ein Schuh der ermordeten Joggerin war zunächst der wichtigste Fund der Ermittler. Knapp acht Monate nach der Tat ist die Polizei nun sicher: Der Täter ist gefasst.
Foto: Polizeidirektion Freiburg

Endingen. Die Ermittler sind überzeugt: Der Mordfall Carolin ist aufgeklärt. Ein Lastwagenfahrer soll die 27-jährige Joggerin aus Endingen bei Freiburg getötet haben. Der 40 Jahre alte Rumäne sei am Freitag festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagnachmittag mit.

Er soll Anfang November 2016 die 27-Jährige und außerdem im Januar 2014 eine Studentin im österreichischen Kufstein vergewaltigt und umgebracht haben. Er sitze in Untersuchungshaft.

Der Abgleich von Körperspuren von beiden Tatorten hatte bei den Ermittlungen ergeben, dass es sich um ein und denselben Täter handeln muss - aber nicht, wer es ist. In beiden Fällen waren die Opfer nach der Vergewaltigung mit einer Eisenstange erschlagen worden.

Weil bei der Tat in Österreich eine spezielle Eisenstange verwendet worden war, die in Lastwagen zum Einsatz kommt, hatten sich die Ermittler schon recht früh auf diese Branche konzentriert - allerdings lange ohne Erfolg.

Lkw-Maut brachte Ermittlern den Erfolg

Ein Abgleich von deutschen und österreichischen Lkw-Maut-Daten habe die Ermittler auf die Spur des bislang nicht vorbestraften Mannes geführt. Nachdem aus den rund 50.000 Mautdatensätze in Frage kommender Lkw und anhand der Hubstange das Fabrikat herausgefiltern worden waren, hatten die Ermittler die Speditionen angeschrieben.

Schließlich habe ein Fuhrunternehmen die Daten mehrerer Fahrer übermittelt. "Die Recherchen ergaben dann mehrere Indizien, die für eine Täterschaft des Festgenommenen sprechen", sagte der Leiter der Sonderkommission "Erle", Richard Kerber. Der Mann bestreite bislang die Tat.

Im April hatten die Ermittler der Sonderkommission ein Phantombild eines Mannes veröffentlicht. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte.

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