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Überfall auf eigene Bank: Gefängnis für den Filialleiter

Der angeklagte Filialleiter soll nach dem Urteil des Landgerichts Hannover für drei Jahre und fünf Monate hinter Gitter. Sein Komplize soll für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.
Der angeklagte Filialleiter soll nach dem Urteil des Landgerichts Hannover für drei Jahre und fünf Monate hinter Gitter. Sein Komplize soll für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.
Foto: dpa

Hannover. Weil er als Filialleiter den Überfall auf seine eigene Bank eingefädelt hat, muss ein 32-Jähriger für drei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Hannover verurteilte den Bankkaufmann Nicolas F. am Mittwoch wegen schweren Raubes. Sein gleichaltriger Freund und Komplize Ehsan J., der die Tat vor knapp einem Jahr schließlich ausführte, erhielt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten.

Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Männer hatten insgesamt 367.500 Euro erbeutet, ein großer Teil der Beute tauchte nicht mehr auf.

Strafmildernd wirkten dem Vorsitzenden Richter zufolge unter anderem die Geständnisse der nicht vorbestraften Angeklagten. Zudem könne das Gericht nicht widerlegen, dass der Freund des Filialleiters bei dem Überfall nur eine nicht geladene Gaspistole sowie die Attrappe einer Handgranate dabei hatte.

Filialleiter wollte "helfen"

Auslöser des Plans waren rund 20.000 Euro Schulden, die Ehsan J. wegen seiner Kokainsucht im kriminellen Milieu hatte. Er habe seinem Freund aus der Patsche helfen wollen, hatte der Ex-Filialleiter über seinen Verteidiger erklären lassen.

Während für Nicolas F. bei dem Überfall 50.000 Euro "abfielen" und dieses Geld bei seiner Festnahme noch vorhanden war, hatte Ehsan J. einen Großteil "seiner" 217.500 Euro "in Massagesalons und Bars verprasst", sagte der Vorsitzende Richter.