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Sexualmord in Rehburg – lebenslange Haft gefordert

Der Angeklagte Jörg N. kniet am 28.September 2016 zur Abnahme seiner Fußfesseln beim Prozessauftakt in einem Gerichtssaal im Landgericht in Verden (Archivbild).
Der Angeklagte Jörg N. kniet am 28.September 2016 zur Abnahme seiner Fußfesseln beim Prozessauftakt in einem Gerichtssaal im Landgericht in Verden (Archivbild).
Foto: dpa

Verden. Im Prozess gegen einen verurteilten Sexualstraftäter vor dem Landgericht Verden hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert. Zusätzlich plädierte sie am Donnerstag, 15. Juni, auf eine anschließende Sicherungsverwahrung.

Laut Anklageschrift soll der 49 Jahre alte Mann bei einem unbegleiteten Ausgang aus dem Maßregelvollzug im Klosterwald in Rehburg-Loccum im September 2015 eine 23-Jährige getötet haben. Die Leiche der jungen Frau soll er in einem Wald in der Nähe des Klosters Loccum versteckt haben.

Der Mann bestreitet die Tat. "Ich habe mit ihrer Tötung nichts zu tun", hatte er am Mittwoch in dem Prozess gesagt. Verletzungen im Gesicht hatte er auf einen Radunfall zurückgeführt.

Ermittlungspannen im Vorfeld

Dass der Mann erst Monate nach dem Sexualmord als Verdächtiger festgenommen wurde, lag an verschiedenen Ermittlungspannen. So gingen die Ermittler dem Hinweis zunächst nicht nach, dass ein Patient des Maßregelvollzugs am Tattag Freigang hatte und mit Gesichtsverletzungen zurückkam. Zudem wurde ein zerknülltes Kaugummipapier als "untersucht" abgelegt, obwohl eine DNA-Untersuchung noch ausstand. Monate später fiel das Versäumnis auf, DNA-Spuren führten die Ermittler zu dem heute 49-Jährigen.

Der Tod der jungen Frau und eine Reihe anderer Vorfälle im Maßregelvollzug in Niedersachsen hatten dazu geführt, dass das Land Lockerungen für Gewalt- und Sexualverbrecher stärker hinterfragt.