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Präsidentenwahl in Indien: Beide Kandidaten "Unberührbare"

Der indische Premierminister Narendra Modi begrüßt die Medienvertreter am 19 Juni in Neu Delhi (Indien). Indiens Regierungspartei BJP hat einen Angehörigen der niedrigen Dalit-Kaste als Staatspräsidenten nominiert.
Der indische Premierminister Narendra Modi begrüßt die Medienvertreter am 19 Juni in Neu Delhi (Indien). Indiens Regierungspartei BJP hat einen Angehörigen der niedrigen Dalit-Kaste als Staatspräsidenten nominiert.
Foto: dpa

Neu Delhi.  In Indien wird am Montag (ab 10 Uhr Ortszeit) ein neuer Staatspräsident gewählt. Beide Kandidaten stammen aus der untersten Schicht des Kastenwesens, deren Angehörige früher als "Unberührbare" galten und heute Dalits genannt werden.

Indiens Präsident ist Staatsoberhaupt, erfüllt aber vor allem repräsentative Aufgaben. Die Macht liegt beim Premierminister. Der Nachfolger des amtierenden Präsidenten Pranab Mukherjee wird von den knapp 5.000 Abgeordneten der Parlamente des Landes und der Bundesstaaten gewählt.

Die Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi schickte den bisherigen Gouverneur des Bundesstaates Bihar, Ram Nath Kovind (71), ins Rennen. Die Opposition um die Kongress-Partei nominierte die frühere Diplomatin und erste weibliche Parlamentspräsidentin des Landes, Meira Kumar (72). Der Sieger wird Indiens zweiter Dalit-Präsident nach K.R. Narayanan, der das Amt von 1997 bis 2002 innehatte. Die Stimmen werden am kommenden Donnerstag ausgezählt.