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Abschiebe-Flug nach Afghanistan gecancelt

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat einen Abschiebeflug absagen lassen.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat einen Abschiebeflug absagen lassen.
Foto: dpa

Essen/Berlin. Ein weiterer Abschiebeflug nach Afghanistan ist nach Informationen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag) abgesagt worden. Die Abschiebungen seien ursprünglich für die kommende Woche vorgesehen gewesen. Das Bundesinnenministerium habe als Grund angegeben, dass nicht mit einer ausreichenden Zahl an ausreisepflichtigen Afghanen gerechnet werde.

Botschaft beschädigt

Die Entscheidung hängt aber wohl auch mit der nach einem schweren Bombenanschlag Ende Mai immer noch eingeschränkten Arbeitsfähigkeit der deutschen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul zusammen.

Damals hatte die Bundesregierung angekündigt, dass Afghanen vorerst nur in begrenzten Fällen in die Heimat zurückgeschickt werden sollten. Die Vertretung könne die Abschiebeaktion nicht wie bei früheren Aktionen logistisch unterstützen.

BAMF defensiv

Zudem hat sich die Sicherheitslage in dem von jahrelangem Bürgerkrieg heimgesuchten Land weiter verschlechtert. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) behandelt deshalb Asylanträge von Afghanen vorerst nur eingeschränkt. Sie würden bearbeitet, aber es würden keine Entscheidungen gefällt, hatte es Ende Juni im Innenausschuss des Bundestages geheißen.