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Ohne Wasser und Gas: "Wollepark" leert sich langsam

Blick auf den "Wollepark" in Delmenhorst. (Archivbild)
Blick auf den "Wollepark" in Delmenhorst. (Archivbild)
Foto: dpa

Delmenhorst. Nach der Gas- und Wassersperre in zwei Wohnblocks in Delmenhorst haben rund 120 Menschen die verwahrlosten Gebäude verlassen. Derzeit seien in den Gebäuden im Brennpunktviertel "Wollepark" 226 Menschen gemeldet, sagte Stadtsprecherin Maike Stürmer-Raudszus. Im April waren es noch rund 350.

Wegen nicht bezahlter Rechnungen hatten die Stadtwerke in den beiden Blocks Ende April das Gas abgedreht. Mitte Mai folgte eine Wassersperre. Seitdem harren die überwiegend ausländischen Mieter ohne fließendes Wasser und funktionierende Heizung in ihren Wohnungen aus. Um eine Notversorgung mit Trinkwasser sicherzustellen, gibt es ein Standrohr mit sechs Wasserhähnen vor den Häusern. Die Stadtwerke fordern von den Eigentümern der Wohnungen derzeit insgesamt rund 130.000 Euro, wie Sprecherin Britta Fengler sagte.

Die betroffenen Häuser gehören zu einem rund 23 Hektar großen Gebiet mit vielen veralteten Gebäuden und teils verwahrlosten Wohnungen. In dem Quartier sind Menschen aus knapp 40 Nationen zu Hause, oft leben sie auf engem Raum. Die Stadt will das Viertel sanieren und hat Ende April mit dem Abriss leerstehender Wohnblocks begonnen.

Ein Sicherheitsdienst wurde Anfang Juli von der Stadt beauftragt Brandwache zu halten. Rund um die Uhr soll so die Sicherheit der Bewohner gewährleistet werden. In den Gebäuden breite sich demnach zusehends Vandalismus aus. Sperrmüll werde in den Treppenhäusern abgestellt, unbewohnte Wohnungen wurden aufgebrochen, heißt es von der Stadt.