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So viele Badeunfälle gab es diesen Sommer

Eine Rettungsschwimmerin des DLRG (Archivbild).
Eine Rettungsschwimmerin des DLRG (Archivbild).
Foto: dpa

Hannover. Die Badesaison verläuft nach Einschätzung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bisher "relativ ruhig". Es habe bisher eher wenige Notfälle an den bewachten Badestellen an der Küste und in Binnengewässern gegeben, sagte DLRG-Pressesprecher Achim Wiese der Deutschen Presse-Agentur. Bis Ende Juni hatte es deutlich weniger Badetote gegeben als ein Jahr zuvor, aktuellere Daten liegen noch nicht vor.

An der Nordseeküste sind Wiese zufolge viele Rettungsschwimmer im Einsatz, die Menschen könnten sich dort sicher fühlen. Gefahren stellen vor allem unbewachte Badestellen dar.

Flüchtlinge oft Nichtschwimmer

Erst vor wenigen Wochen war ein 24 Jahre alter Asylbewerber beim Baden im Vechtesee in der Innenstadt von Nordhorn vermutlich ertrunken. Der Afghane war im Wasser plötzlich verschwunden. Am Mittwoch war ein Mann aus Eritrea nach einem Badeunfall gestorben. Obwohl er nach Angaben der Begleiter Nichtschwimmer war, hatte er die Trennlinie zum Schwimmerbereich überschritten und war dort nach Zeugenangaben unvermittelt untergegangen. "Dass wenige Flüchtlinge schwimmen können, ist nach wie vor ein Problem", bestätigte Wiese. Sie würden Gefahren oft falsch einschätzen.

Im vergangenen Jahr zählten die Lebensretter bundesweit 537 Badetote. Das war ein Höchststand. 64 davon waren Flüchtlinge. Das ist etwa jeder Achte. 2015 gab es bundesweit insgesamt 488 Badetote.

Auch in dieser Saison könnte es noch mehr Badetote als bisher geben, weil einige Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen erst vor Kurzem in die Sommerferien gestartet sind, betonte der DLRG-Sprecher. Auch gutes Wetter spiele eine Rolle. Wenn das Wetter sommerlich bleibe, werde es an den Stränden und Badestellen voller.

Badeunfälle in der Region

In Braunschweig war im Juni ein Mann im Freibad am Bürgerpark ertrunken. Die Mitarbeiter des Bades hatten sich geschockt und tief betroffen gezeigt.

Im Kreis Gifhorn war Ende Juni ein junger Mann tot aus dem Bernsteinsee geborgen worden. Die Polizei bestätigte, dass der Tote ein Asylbewerber von der Elfenbeinküste war.

Bereits im Mai war bei einem Bootsunfall auf dem Salzgittersee ein 77-Jähriger gestorben. Er wollte eigentlich das gekenterte Boot an Land ziehen, ertrank allerdings bei dem Versuch.