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Schimpansen infiziert: Milzbrand-Gefahr auch für Menschen?

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Berlin/Leipzig. Eine Variante des Milzbrand-Erregers ist deutschen Forschern zufolge eine größere Gefahr für Wildtiere in den Tropen als bislang angenommen.

Anders als beim klassischen Milzbrand-Erreger versterben an der Variante nicht nur vorrangig Huftiere wie Antilopen. Langfristig könnten die Infektionen zum Rückgang und gar zum Aussterben der Schimpansen-Population im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste beitragen, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature". Hintergrund der Studie sind auch als möglich erachtete, bislang aber nicht beobachtete Infektionen beim Menschen.

Ungewöhnlicher Erreger

Milzbrand (Anthrax) wird üblicherweise vom Erreger Bacillus anthracis verursacht. Im Tierreich werden Ausbrüche immer wieder in trockenen Regionen wie afrikanischen Savannen beobachtet, es trifft fast ausschließlich Huftiere. Todesfälle auch bei Schimpansen durch eine in genetischer Hinsicht atypische Variante - Bacillus cereus biovar anthracis, kurz BCBVA - wurden erstmals Anfang der 2000er Jahre beobachtet. Inzwischen ist der Erreger in mehreren afrikanischen Ländern nachgewiesen. Die Infektionsquelle ist unklar.

Fast 40 Prozent der Tiere seien BCBVA zum Opfer gefallen, so das Fazit der Autoren. Darunter waren verschiedene Affenarten, Waldantilopen und ein Stachelschwein. "Normalerweise ist der Einfluss eines einzelnen Erregers selten so hoch", erklärte Studienleiter Fabian Leendertz vom RKI. Noch höher lag die Quote bei Schimpansen: 31 von 55 untersuchten Tieren starben an dem Erreger.

Auch für Menschen gefährlich?

Infektionen bei Menschenaffen seien Indikatoren für Krankheiten, die auch dem Menschen gefährlich werden könnten, so Leendertz. Er hält den Kontakt von Menschen mit BCBVA im Umfeld des Nationalparks für "sehr wahrscheinlich", da sie Wildtiere jagten und auch Fleisch von frisch tot aufgefundenen Tieren verzehrten. Krankheiten und Todesfälle würden dort nicht untersucht.

Warum der Erreger in dem Park an der Elfenbeinküste so aktiv ist, wie sich die Tiere infizieren und welchen Einfluss BCBVA auf die Menschen hat, wollen die Forscher nun weiter untersuchen. Die Infektion kann tödlich verlaufen - frühzeitig erkannt, können Antibiotika helfen.