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Polizisten als Prügelknaben: Behördenchef schlägt Alarm

Landesweit nimmt die Zahl von Gewalttaten gegen Polizeibeamte zu (Archivbild).
Landesweit nimmt die Zahl von Gewalttaten gegen Polizeibeamte zu (Archivbild).
Foto: dpa

Osnabrück/Braunschweig.  Die Polizeidirektion Osnabrück verzeichnet die meisten Angriffe gegen Beamte in Niedersachsen. Jeder dritte Polizist dieser Behörde wurde statistisch gesehen im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt, wie die Direktion mitteilte. 488 Fälle mit 955 betroffenen Polizisten seien registriert worden.

Polizeibeamte hätten mehr Respekt verdient, sagte der Osnabrücker Polizeipräsident Bernhard Witthaut. Fast täglich erreichten ihn Meldungen von gewalttätigen Übergriffen auf Polizisten. Die Zahl solcher Fälle sei landesweit gestiegen, nachdem im Zeitraum von 2013 bis 2015 leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. Bei mehr als der Hälfte der in Niedersachsen bekannt gewordenen Fälle handele es sich um sogenannte Widerstandsdelikte.

Erst am Samstag war eine stark betrunkene 28-Jährige in Ostfriesland auf zwei Polizisten losgegangen. Die Frau hatte in Leer zunächst auf ihren 32 Jahre alten Freund eingeprügelt. Als die Polizei eintraf, griff die 28-Jährige die Beamten an. Sie blieben unverletzt.

Am Sonntag randalierte ein 32-Jähriger in Bramsche (Kreis Osnabrück) und leistete heftigen Widerstand gegen die Polizei sowie die Rettungskräfte und beleidigte diese.

Fall aus Braunschweig

In Braunschweig war am Samstag ein Fall bekanntgeworden, als eine 23-Jährige zwei Polizisten mit Schuhen beworfen und durch Tritte ins Gesicht verletzt hatte.

"Wir müssen alles daran setzen, dass die, die uns schützen, wieder sicherer arbeiten können", sagte Witthaut. Respekt und Achtung gehörten zu den wichtigsten Säulen der Gesellschaft.