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So wurde Mann zum Handwerker

Die "Do-it-yourself"-Bewegung schwappte aus den USA nach Deutschland.
Die "Do-it-yourself"-Bewegung schwappte aus den USA nach Deutschland.
Foto: pixabay

Göttingen.  Nachdem die Gewerkschaften eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit durchgesetzt hatten, wurden in den 1960er Jahren immer mehr Männer zu Heimwerkern. "Ein Faktor war die Einführung der Fünf-Tage-Woche, die Familienväter vor die Herausforderung stellte, für den Samstag eine akzeptierte Beschäftigung zu finden", sagt der Historiker Jonathan Voges. Für seine Dissertation "Selbst ist der Mann" hat der 31-Jährige in Fachmagazinen und Unternehmensarchiven recherchiert, um den bis heute anhaltenden Trend zum Selbermachen zu erklären.

Alles unter Kontrolle?

Die Do-it-yourself-Bewegung schwappte in den 1950er Jahren aus den USA in die Bundesrepublik hinüber. "Bei steigenden Handwerkerlöhnen ging es vielen Selber-Machern auch darum, Geld zu sparen und die Kontrolle zu behalten", sagte Voges.

Gleichzeitig wurde in dem 1957 erstmals erschienenen Magazin "Selbst ist der Mann" propagiert, dass die Arbeit mit den Händen Stress abbaue und sogar der "Managerkrankheit" vorbeuge. Die Dissertation "Selbst ist der Mann" ist vor kurzem im Göttinger Wallstein Verlag erschienen.