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Schweinefleisch wird teurer - wegen Nachfrage aus China

Der Durchschnittspreis für Schweinekotelett lag im August bei 5,58 Euro je Kilo.
Der Durchschnittspreis für Schweinekotelett lag im August bei 5,58 Euro je Kilo.
Foto: dpa

Damme/Bonn.  Verbraucher müssen für Schweinefleisch tiefer in die Tasche greifen. Die Preise seien im August 2017 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gestiegen, sagte Thomas Els von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn.

Schweinefleisch sei nach wie vor die am meisten konsumierte Fleischsorte in Deutschland. 60 Prozent - das sind 600.000 Tonnen - der nachgefragten Rohfleischmenge komme vom Schwein, mehr als Hähnchenfleisch und Rindfleisch zusammen. Im Schnitt koste ein Kilo Schweinekotelett 5,58 Euro, und ein Kilo Filet 10,28 Euro.

Tierhalter freuen sich

Über die gestiegenen Preise freuen sich vor allem die Schweinehalter: Schon seit einigen Wochen liege der Kilopreis bei etwa 1,70 Euro, sagt Matthias Quaing, Marktexperte der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit Sitz in Damme (Kreis Vechta). "Mehr oder weniger seit den gesamten Sommerferien haben wir einen stabilen Preis gehabt", sagt Quaing.

Ein kostendeckender Preis liege bei etwa 1,60 Euro pro Kilo. Aber nach wie vor spürten die Betriebe die Krisenjahre 2014 und 2015, mit Durchschnittspreisen um die 1,38 Euro. Bei den meisten Betrieben müssten erst die Löcher aus dieser Absatzkrise gestopft werden.

China: Mehr Schwein statt Peking-Ente

Vor allem die Nachfrage aus dem Export habe zu einem guten Preisniveau geführt, sagt Quaing. "Was im ersten Halbjahr 2017 die Preise nach oben gezogen hat, war die gute Nachfrage aus China", sagt Quaing. Die Nachfrage nach Schweinefleisch im Inland sei hingegen rückläufig. Experten sprechen von einem Rückgang um bis zu sieben Prozent.

"Tatsache ist: Die Nachfrage nach Schweinefleisch geht zurück, vor allem bei Frischfleisch", sagte Quaing. Dafür nehme die Bedeutung von zubereiteter Ware zu. Die Leute griffen eher zu Produkten, die weniger Zubereitungszeit erforderten.

Die Sommerferien als Grillsaison wirkten sich auf die Erzeugerpreise hingegen nur wenig aus, sagte Quaing.