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Zusteller vor Gericht: Tötete er wegen Streit um Zeitungen?

Lüneburg. Weil er einen Menschen heimtückisch getötet haben soll, muss sich ein heute 42 Jahre alter Mann ab dem 28. September vor dem Lüneburger Landgericht verantworten. Das hat das Landgericht am Montag, 4. September, mitgeteilt.

Die Staatsanwaltschaft wird dem Angeklagten vor, am 1. April heimtückisch und aus niederen Beweggründen getötet zu haben. Laut Anklageschrift sei es bereits Wochen vor der eigentlichen Tat zwischen dem Angeklagten und seinem späteren Opfer zu Streitigkeiten gekommen. Der Grund: Die Zustellung eines Wochenblatts.

Immer wieder Streit um Zeitungen

Für dieses hatte der Angeklagte als Austräger gearbeitet und war auch für die Zustellung des Blattes an der Adresse seines Opfers zuständig gewesen. Nachdem es am Tattag bereits zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen beiden gekommen sei, habe sich der in der Nachbarschaft wohnende Angeklagte nach Hause begeben und sich dort mit einem Küchenmesser bewaffnet.

So ausgerüstet kehrte er zum Grundstück seines Opfers zurück. Es kam erneut zum Streit. Um sich für ihm aus seiner Sicht zu Unrecht gemachte Vorhaltungen zu rächen, habe der Angeklagte dann mit Tötungswillen mehrfach mit dem Messer auf sein Opfer eingestochen. Der Angeklagte habe erst von seinem Opfer abgelassen, als dessen herbeieilender Sohn den Täter entwaffnet habe. Trotz sofortiger notärztlicher Versorgung sei das Opfer wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Während er von dem Sohn bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten worden sei, habe der Angeklagte jenen und die zwischenzeitlich hinzugekommene Ehefrau des Opfers sowie einen weiteren Sohn mit dem Tode bedroht. Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.