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Deutschlandtrend: SPD nur noch acht Punkte vor AfD

Martin Schulz und seine SPD in Not: Laut der aktuellsten Meinungsumfrage vor der Bundestagswahl am 24. September wollen nur noch 20 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei den Sozialdemokraten machen.
Martin Schulz und seine SPD in Not: Laut der aktuellsten Meinungsumfrage vor der Bundestagswahl am 24. September wollen nur noch 20 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei den Sozialdemokraten machen.
Foto: dpa

Berlin. Die SPD ist knapp eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl auf einem neuen Tiefpunkt angelangt: Im ARD-"Deutschlandtrend" büßte die Partei von Kanzlerkandidat Martin Schulz erneut einen Prozentpunkt ein und liegt nur noch bei 20 Prozent. Dies ist ihr schwächster Wert seit Januar und zugleich im "Deutschlandtrend" generell.

In der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap liegen die Sozialdemokraten in der Sonntagsfrage damit derzeit nur noch acht Prozentpunkte vor der drittplatzierten AfD, die auf 12 Prozent (plus 1) zulegt. In ebenfalls in dieser Woche veröffentlichten Umfragen der Institute Forsa und Insa allerdings lag die SPD bei 23 bis 23,5 Prozent.

Im "Deutschlandtrend" verharrt die Union von Kanzlerin Angela Merkel als stärkste Partei bei 37 Prozent. Die FDP rückt mit 9,5 Prozent (plus 0,5) auf Platz vier vor. Die Linken verlieren leicht und kommen auf 9 Prozent (minus 1), die Grünen auf 7,5 Prozent (minus 0,5).

Große Koalition wahrscheinlich

Mit diesen Zahlen würde es derzeit neben einer Großen Koalition keine Mehrheit für weitere Zweierbündnisse geben. An Dreierbündnissen wäre eine so genannte Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen rechnerisch möglich. Sowohl FDP wie auch Grüne haben dies aber als sehr unwahrscheinlich bezeichnet.

Im rein theoretischen Fall einer Direktwahl des Kanzlers oder der Kanzlerin liegt Amtsinhaberin Merkel zwar weiterhin weit vorne. Sie büßt aber mit 51 Prozent (minus 3) etwas stärker an Zustimmung ein als SPD-Kanzlerkandidat Schulz mit 25 Prozent (-1).

Am Donnerstagnachmittag hatte Martin Schulz in Braunschweig vor rund 1.500 Zuhörern auf dem Schlossplatz um Unterstützung bei der Wahl geworben.