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Vater die Kehle durchgeschnitten - Kein Mord

Nicht wegen Mordes, sondern "nur" wegen Totschlags hat das Landgericht Darmstadt den 43-jährigen Angeklagten verurteilt (Symbolbild).
Nicht wegen Mordes, sondern "nur" wegen Totschlags hat das Landgericht Darmstadt den 43-jährigen Angeklagten verurteilt (Symbolbild).
Foto: dpa

Darmstadt. Er hat seinem 80-jährigen, fast blinden Vater die Kehle durchgeschnitten und ihm mit einem Küchenmesser mindestens 17 Stiche versetzt. Doch das Landgericht Darmstadt hat die Bluttat des 43-jährigen Sohnes nicht als Mord eingestuft.

Wegen Totschlags verurteilte das Gericht den Angeklagten am Donnerstag zu fünfeinhalb Jahren Haft. "Es war eine Augenblickstat", begründete der Vorsitzende Richter Volker Wagner. Und: "Mit dieser Strafe gibt es eine Perspektive für die Zukunft." Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung "höchstens dreieinhalb Jahre".

In der Wertung des ursprünglich als Mord angeklagten Verbrechens schloss sich das Gericht dagegen den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung an - ebenso der Darstellung des Sohnes, dass der Vater "schwierig" gewesen sei. Er habe seinem Sohn "wenig Achtung entgegengebracht".

Vater ungehalten über Alkoholkonsum

Unmittelbar vor der Tat habe der 80-Jährige seinen Sohn wegen dessen aus seiner Sicht zu hohen Alkoholkonsums kritisiert. "Das war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte", fasste der Kammervorsitzende zusammen, was Ende vergangenen Jahres in dem Haus im hessischen Reinheim passierte. Der 43-Jährige sei von der Weihnachtsfeier seines Fußballvereins nach Hause gekommen.

Dabei seien die unterschiedlichen Lebenauffassungen der beiden Männer aufeinandergeprallt. Der Sohn sei während der Vereinsfeier noch zufrieden und friedlich gewesen, sagte der Richter. Dann habe ihm der Vater aber gezeigt, "wer der Herr im Hause ist", sagte Wagner. "Wenn die Situation passt, ist nahezu jeder Mensch in der Lage, einen anderen zu töten."