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Showdown in Niedersachsen: So lief das TV-Duell

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (links, SPD) und CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann kurz vor Beginn des TV-Duells.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (links, SPD) und CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann kurz vor Beginn des TV-Duells.
Foto: dpa
  • Hitziges TV-Duell zwischen Weil und Althusmann.
  • Wen fandet Ihr besser? Unten könnt Ihr abstimmen.

Hannover. Vor der Niedersachsen-Wahl am kommenden Sonntag haben sich die Spitzenkandidaten von SPD und CDU, Ministerpräsident Stephan Weil und Bernd Althusmann ihr einziges Fernsehduell geliefert. Hier könnt Ihr die wichtigsten Aussagen nachlesen:

Der Fall Binias

22:23 Uhr: Der Austritt von Niedersachsens Polizeipräsident Uwe Binias aus der CDU kurz vor der Landtagswahl wirkt nach Althusmanns Ansicht wie ein Wahlkampfmanöver. Binias will aus Ärger über das Verhalten der CDU im Islamismus-Ausschuss aus der Partei austreten und sein Amt zur Verfügung stellen.

"Das Parteibuch zu haben, schützt nicht davor, dass unangenehme und völlig berechtigte Fragen im Ausschuss gestellt werden - das hätte er wissen müssen", sagt Althusmann. Er betont: "Wir nehmen keine Rücksicht auf irgendwelche Parteibücher."

Der Abgas-Skandal

21:58 Uhr: Die Einführung einer Sammelklage nach US-Vorbild befürwortet Weil. "Ich hätte damit keine Probleme", sagt er mit Blick auf den Volkswagen-Abgasskandal. Allerdings würde sie auch juristisch kaum etwas ändern, betont Weil.

CDU-Herausforderer Althusmann dagegen kritisiert "juristische Rumeierei" und erklärt: "Ich frage mich manchmal, wie weit der Ministerpräsident der Realität entrückt ist." Er hält Weil vor, seine Aufsichtspflicht beim Volkswagen-Konzern nicht ernst zu nehmen und erklärt: "Sie sind am Ende von Konzern-Vorstand durch die Manege gezogen worden."

Das Thema Inklusion

21:51 Uhr: Weil weist Forderungen seines CDU-Herausforderers zu einem Moratorium bei der Inklusion zurück. "Inklusion ist ein Menschenrecht - Menschenrechte setzt man nicht aus", sagt er. Althusmann hatte zuvor bekräftigt: "Wir brauchen dringend eine Atempause." Wenn es so weitergehe wie bisher, werde die Inklusion an die Wand gefahren, sagt Althusmann.

Das Thema Bildung

21:43 Uhr: Althusmann wirft der rot-grünen Landesregierung schwere Versäumnisse in der Bildungspolitik vor. "Die Landesregierung hat fünf Prozent mehr Lehrer, fünf Prozent weniger Schüler und kriegt es trotzdem am Ende nicht auf die Reihe", so der CDU-Politiker. Die CDU-FDP-Vorgängerregierung habe hier unter seiner Verantwortung mehr Stabilität und Ruhe gebracht.

Weil gibt der Schulpolitik seiner Regierung die Note 2. So habe Niedersachsen als erstes Bundesland das Turboabitur wieder abgeschafft und so auch Druck rausgenommen. "Sie haben es eingeführt, ich habe es abgeschafft", sagt er zu seinem Herausforderer.

Die Koalitionsfrage

21:28 Uhr: Weil bezeichnet eine große Koalition als unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Er weist darauf hin, dass die CDU in vier Jahren Opposition einen sehr konfrontativen Kurs gefahren habe. Wörtlich meint Weil auf die Frage nach einer großen Koalition: "Das ist nicht einfach, sehr unwahrscheinlich - aber nicht ausgeschlossen."

Althusmann dagegen betont, dass er sich einen Schulterschluss der CDU mit den Grünen nur mit Vertretern einer gemäßigten Linie vorstellen könnte. Er betont mit Blick auf Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne): "Landwirtschaftsminister Meyer würde unter einer CDU-geführten Landesregierung auf jeden Fall kein Landwirtschaftsminister sein, darauf würde ich Wert legen."

Der Fall Twesten

21:19 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat der CDU wegen des Wechsels der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten zur Union einen groben Verstoß gegen demokratische Spielregeln vorgeworfen. Sie sei bei der CDU mit offenen Armen aufgenommen worden, sagte Weil am Dienstag im NDR beim einzigen Fernsehduell mit seinem CDU-Herausforderer Bernd Althusmann vor der Landtagswahl am kommenden Sonntag.

"Das war ein schwerer Fehler - ich glaube, das hängt Ihnen wie ein Mühlstein um den Hals, Herr Althusmann." Sein Kontrahent sagte: "Sie hat sich entschieden, in die CDU-Fraktion zu kommen." Solche Wechsel habe es in Parlamenten schon immer gegeben. Die Entscheidung Twestens kostete Rot-Grün die Ein-Stimmen-Mehrheit im Parlament. Folge war die vorgezogene Wahl am Sonntag.

Solltet Ihr noch Entscheidungshilfe brauchen, weil Ihr nicht wisst, wen Ihr wählen sollt, dann probiert mal den Niedersachs-O-Mat aus.

Hier findet Ihr dann auch alle Kandidaten aus der Region38, die um Eure Stimmen buhlen.