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Landtagswahl: Hohe Beteiligung - aber wer gewinnt?

Bis zum Mittag hatten deutlich mehr Niedersachsen ihre Stimme abgegeben als vor viereinhalb Jahren.
Bis zum Mittag hatten deutlich mehr Niedersachsen ihre Stimme abgegeben als vor viereinhalb Jahren.
Foto: dpa

Hannover. Die Landtagswahl in Niedersachsen stößt bei den Wählern auf spürbar mehr Interesse als die vorige vor rund fünf Jahren. Am Sonntagmittag (12.30 Uhr) hatten bereits fast 27 Prozent der 6,1 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Wahl 2013 lag die Beteiligung zum selben Zeitpunkt bei 23,03 Prozent.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) rief die Menschen bei seiner Stimmabgabe dazu auf, zur Wahl zu gehen: "Die Demokratie in unserem Land braucht aktive Bürgerinnen und Bürger."

Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Weil und dem CDU-Spitzenkandidaten und früheren Kultusminister Bernd Althusmann voraus. Die Wahllokale haben noch bis 18 Uhr geöffnet.

Im Trend der Bundestagswahl

Der Anstieg bei der Wahlbeteiligung sei vergleichbar mit dem bei der Bundestagswahl, sagte eine Mitarbeiterin der Landeswahlleitung in Hannover. 2013 erreichte die Wahlbeteiligung 59,4 Prozent, nachdem 2008 mit 57,1 Prozent ein für das Bundesland historisches Tief verzeichnet worden war.

Trotz des erwarteten knappen Rennens blieb Althusmann optimistisch: "Ich bin nach wie vor zuversichtlich", sagte er bei der Stimmabgabe in Südergellersen im Landkreis Lüneburg zum Ausgang der Landtagswahl. Die Voraussetzungen seien gut, dass der Wahltag der "perfekte Tag" für die CDU werden könne.

Bisher eine Stimme Mehrheit

Die Wahl war ursprünglich für Anfang 2018 geplant. Weil aber die Grünen-Abgeordnete Elke Twesten überraschend zur CDU wechselte und die rot-grüne Landesregierung deshalb keine Mehrheit mehr hatte, wurde die Wahl um drei Monate vorgezogen. Viereinhalb Jahre hatte die rot-grüne Koalition in Niedersachsen mit nur einer Stimme Mehrheit gehalten.

Diese Bündnisse sind möglich

Die Bildung einer neuen Regierung könnte schwierig werden. Laut Umfragen reicht es weder für eine Fortsetzung des Regierungsbündnisses noch für Schwarz-Gelb. Rechnerisch möglich scheinen eine Große Koalition von SPD und CDU, ein Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP sowie eine Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und FDP.