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Grüne wollen FDP umstimmen

Jürgen Trittin findet das Verhalten der FDP unverantwortlich.
Jürgen Trittin findet das Verhalten der FDP unverantwortlich.
Foto: dpa

Berlin. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin hat die FDP in Niedersachsen für ihre Absage an ein gemeinsames Dreierbündnis unter SPD-Führung scharf angegriffen. "Dass sich die FDP einfach Gesprächen verweigert, ist demokratisch verantwortungslos", sagte der Bundestagsabgeordnete aus Niedersachsen. Die Freidemokraten müssten verstehen, dass der Wahlkampf vorbei sei. "Wenn wir Grüne uns auf Bundesebene so wie die niedersächsische FDP verhalten würden, gäbe es keine Jamaika-Sondierungen", sagte Trittin, der für die Grünen an Gesprächen mit Union und FDP im Bund teilnehmen wird.

Auch der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer hat die FDP dazu aufgefordert, ihre Ablehnung einer Ampelkoalition abzulegen. "Die FDP sollte ihre Blockadehaltung überdenken", sagte der Grünen-Politiker. Er schätze, dass eine Ampelkoalition auch für Regierungschef Stephan Weil (SPD) eine Wunschlösung sei. "Es wäre eine Koalition der progressiven Kräfte."

"Aufholjagd von Rot-Grün"

Bleibt die FDP bei ihrer Haltung, sind in Niedersachsen wohl nur eine große Koalition unter Führung der SPD oder eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP möglich. Der Ministerpräsident und Wahlgewinner Stephan Weil habe mit der SPD einen "klaren Regierungsauftrag", sagte Trittin. Den Wahlkampf lobte er als eine "Aufholjagd von Rot-Grün sondergleichen", der CDU attestierte er eine "krachende Niederlage".