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Häftling missbraucht Justiz-Angestellte und bringt sich um

Der 27-Jährige saß im Gefängnis Lingen - und hatte 50 Freigänge ohne Zwischenfälle absolviert. Beim 51. geschah dann das Unfassbare.
Der 27-Jährige saß im Gefängnis Lingen - und hatte 50 Freigänge ohne Zwischenfälle absolviert. Beim 51. geschah dann das Unfassbare.
Foto: dpa

Lingen.  Bei 50 bisherigen Ausgängen gab es keine Zwischenfälle bei einem Strafgefangenen, beim 51. Ausflug allerdings spielte sich eine Schreckensgeschichte ab: Der 27-jährige Mann hat eine Frau missbraucht. Anschließend erhängte er sich.

Bei der Frau handelt es sich um eine Bedienstete der Justizvollzugsanstalt Lingen. Im Anschluss an die Tat hat der Gefangene Selbstmord begangen. Die Frau sei in medizinischer und psychologischer Behandlung, teilte das niedersächsische Justizministerium am Dienstag mit. Zu näheren Einzelheiten der Tat am Montag in Delmenhorst äußerte sich die Behörde nicht.

Wegen sexueller Nötigung im Gefängnis

Der 27-Jährige war wegen sexueller Nötigung in Spanien zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden und seit 2014 in deutscher Haft gewesen. Ansonsten sei er nicht vorbestraft gewesen, teilten die Behörden mit. Im Mai 2015 wurde er in das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter aufgenommen.

Dabei habe er bis Februar dieses Jahres alle erforderlichen Behandlungsschritte absolviert; bei 50 begleiteten Ausgängen gab es keine Beanstandungen. Im August 2018 hätte er seine Strafe abgesessen.

Alles richtig gelaufen?

Über Lockerungen im Vollzug wie begleitete Ausgänge werde in der JVA entschieden, hieß es aus dem Ministerium. Dabei habe die Sicherheit der Mitarbeiter des Justizvollzugs sowie der Bevölkerung oberste Priorität.

Der Vorgang werde untersucht, bisher seien aber keine Regelverstöße oder fachliche Fehler zu erkennen. Die betroffenen Mitarbeiter der JVA Lingen werden vom Kriseninterventionsteam des niedersächsischen Justizvollzugs betreut.