Welt 

Fremdsprachen-Studie: Alkohol hilft beim Sprechen

Wer kennt das nicht: Mit ein bisschen Alkohol im Blut entknotet sich die Zunge. Selbst die ungewohnten Laute einer fremden Sprache scheinen plötzlich entspannt über die Lippen zu kommen. Selbstüberschätzung oder passiert das wirklich? (Symbolbild)
Wer kennt das nicht: Mit ein bisschen Alkohol im Blut entknotet sich die Zunge. Selbst die ungewohnten Laute einer fremden Sprache scheinen plötzlich entspannt über die Lippen zu kommen. Selbstüberschätzung oder passiert das wirklich? (Symbolbild)
Foto: zerocreatives / imago/Westend61

Maastricht. Nach einem alkoholischen Drink sprechen Menschen eine Fremdsprache womöglich mit weniger Akzent. Das schreiben zumindest Fritz Renner von der Universität Maastricht und sein Team im "Journal of Psychopharmacology".

Wodka oder Wasser

Sie hatten fünfzig deutsche Muttersprachler, die gerade Niederländisch lernen, entweder ein Wodka-Getränk oder Wasser trinken lassen. Dann mussten sich die Probanden in der Fremdsprache unterhalten, zwei niederländische Muttersprachler beurteilten ihre Sprach-Fähigkeiten.

Weniger Hemmungen

Sprecher mit etwas Alkohol im Blut schnitten bei dem Test besser ab - vor allem bei der Aussprache. Alkohol löse Sprachhemmungen, und das könnte dafür sorgen, dass die Aussprache besser werde, schreiben die Forscher.

Die Zweifel bleiben

Der Psycholinguist Hans Rutger Bosker vom Max Planck Institut für Psycholinguistik in Nijmegen betrachtet die Ergebnisse der Studie allerdings mit Skepsis. Die Aussagen der Forscher beruhten auf den sehr subjektiven Beurteilungen von nur zwei Muttersprachlern und nicht auf objektiven Kriterien, sagte Bosker, der nicht an der Studie beteiligt war.

Es sei außerdem vorstellbar, dass unter den 25 Teilnehmenden unter Alkoholeinfluss zufällig viele waren, die generell besser sprechen konnten als die wassertrinkenden Probanden.