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Neuer Feiertag für Niedersachsen? Wirtschaft will nicht

Der Braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns und Denktes Pastorin Annette Sieg bei der Einweihung des Kunstwerks "Sola Gratia" des Bildhauers Magnus Kleine-Tebbe am Montag am Rand der Asse.
Der Braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns und Denktes Pastorin Annette Sieg bei der Einweihung des Kunstwerks "Sola Gratia" des Bildhauers Magnus Kleine-Tebbe am Montag am Rand der Asse.
Foto: Stiftung Prüsse
  • Unternehmerverbände: Reformationstag kostet eine Milliarde.
  • Neuer Feiertag als "Geschenk" einer Großen Koalition?
  • Niedersachsen hat bisher 9 Feiertage - der Süden bis zu 13.

Hannover. Die Politik scheint sich weitgehend einig zu sein über den Reformationstag als neuen Feiertag für Niedersachsen, doch aus der Wirtschaft bläst heftiger Gegenwind. Ein weiterer Feiertag werde das Land eine Milliarde Euro an Wirtschaftsleistung kosten, warnte Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen.

Der Verband Niedersachsenmetall mahnte, es gebe wichtigere Probleme im Land, etwa den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel, aber auch Digitalisierung und Bildung.

Allein die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie würde ein neuer Feiertag rund 80 Millionen Euro kosten, kritisierte Niedersachsenmetall. "Das ist nicht unbedingt das Ergebnis, das wir uns von der Sondierung erhoffen", sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt mit Blick auf die Gespräche zur Regierungsbildung zwischen SPD und CDU.

Süden hat mehr Feiertage

Die Arbeitnehmer aus dem Norden schauen immer wieder neidisch auf ihre Kollegen im Süden. Die haben in den katholisch geprägten Bundesländern wegen mehrerer kirchlicher Feiertage öfter frei.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hatten sowohl Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) als auch CDU-Landeschef Bernd Althusmann klargemacht, dass sie offen sind für einen zusätzlichen Feiertag. Weil schrieb auf Facebook, das Reformationsjahr als Brückenschlag zu anderen Religionen habe ihn überzeugt: "In diesem Sinne kann ich mir den Reformationstag gut als einen Tag des Dialoges zwischen den Religionen vorstellen. Und das wäre auch ein guter Grund für einen Feiertag."

Bereits Anfang des Jahres hatte sich der DGB Niedersachsen dafür ausgesprochen, für Niedersachsen einen zusätzlichen Feiertag zu schaffen. Schließlich gehöre das Land mit neun Feiertagen bundesweit zu den Schlusslichtern gegenüber Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern mit 12 beziehungsweise 13 gesetzlichen Feiertagen