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Wegen Massenmord: Ermittlungen aufgenommen

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Foto: dpa

Osnabrück. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt gegen einen mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher. Gegen den heute 94 Jahre alte Mann lägen zwei Anzeigen vor, an einem Massenmord an mehr als 33.700 Juden im ukrainischen Babi Yar im September 1941 beteiligt gewesen zu sein, sagte am Freitag Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer zu einem entsprechenden Bericht des NDR-Studios Osnabrück.

Eine der Anzeigen stammt vom Simon Wiesenthal Zentrum. "Unser Sonderdezernent für NS-Taten hat die Ermittlungen aufgenommen", sagte Retemeyer. Die Untersuchungen stünden aber noch ganz am Anfang.

Mann noch nicht befragt

Zunächst müsse die Polizei sichten, was es in den Archiven anderer Ermittlungsbehörden noch an Material über das Massaker gebe. So sei Kontakt aufgenommen worden zur Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen im baden-württembergischen Ludwigsburg. Der Mann selber sei seitens der Staatsanwaltschaft noch nicht befragt worden, sagte Retemeyer.

Der 94-Jährige war bereits vom RBB-Magazin "Kontraste" zu dem Fall befragt worden. Das laut Bericht ehemalige Waffen-SS-Mitglied hatte dort erklärt, seinerzeit im Werkstattdienst eingesetzt gewesen zu sein und von den Massenerschießungen nichts gehört zu haben.