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Deutsche gegen Cannabis-Legalisierung - aber auch gegen Kriminalisierung

Ein Kiffer auf dem Alexanderplatz in Berlin während einer Demonstration für die Freigabe von Cannabis-Produkten. (Archivbild)
Ein Kiffer auf dem Alexanderplatz in Berlin während einer Demonstration für die Freigabe von Cannabis-Produkten. (Archivbild)

Berlin. Fast zwei Drittel der Bundesbürger (63 Prozent) sprechen sich nach einer Umfrage gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Die Forderung, dass Erwachsene Cannabis zum Eigengebrauch als Rauschmittel in ausgewählten Fachgeschäften erwerben können sollten, wird von einem Drittel (34 Prozent) der Bundesbürger unterstützt, so das Meinungsforschungsinstituts Forsa.

FDP und Grüne wollen im Rahmen der Jamaika-Sondierungen Cannabis legalisieren. Die Unionsparteien CDU und CSU sind grundsätzlich dagegen. Den legalen Besitz von Cannabis zum Eigengebrauch befürworten vor allem jüngere Befragte unter 30 Jahren sowie Anhänger (43 Prozent) der Linkspartei (55 Prozent), der Grünen (46 Prozent) und der AfD (41 Prozent).

Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Deutschen Hanfverbands bestätigt zwar die Ablehnung eines legalen Cannabishandels, zeigt aber eine Mehrheit für die Entkriminalisierung der Konsumenten. Daraus ergeben sich nach Darstellung des Hanfverbandes für eine Jamaika-Koalition interessante Kompromisslinien, so die deutsche Presseagentur.

52 Prozent der von Infratest Befragten sind zudem der Meinung, "der Besitz geringer Cannabis-Mengen zum Eigenverbrauch sollte nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden". Für eine konsequente Entkriminalisierung der Konsumenten hätte Jamaika also eine Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite. Im vergangenen Jahr habe es über 140.000 Strafverfahren wegen des Besitzes geringer Mengen zum Eigenkonsum gegeben, ein neuer Rekordwert, sagte Hanf-Verbandsgeschäftsführer Georg Wurth.

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