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Nikolaus – So wird am 6. Dezember des Heiligen gedacht

Am 6. Dezember wird Nikolaus von Myra gedacht.
Am 6. Dezember wird Nikolaus von Myra gedacht.
Foto: Felix Kästle / dpa
Am 6. Dezember kommt der Nikolaus. Doch wer war der heilige Nikolaus? Und wir klären die Grundfrage, warum es einen Nikolaustag gibt.

Berlin.  Weihnachten ist noch in der Ferne, da kommt der Nikolaus zu den Kindern nach Hause. Das bedeutet in vielen Familien: Am Vorabend des 6. Dezember werden kleine Geschenke in Stiefeln versteckt, um am Nikolausmorgen damit Kinderherzen höher schlagen zu lassen. Doch auch am Nikolaustag selbst beschenken Eltern ihre Kinder oder Erwachsene machen sich untereinander Geschenke - obwohl der Tag als Geschenktag an Bedeutung verloren hat.

Doch woher kommt der Brauch und wer ist eigentlich dieser Nikolaus? Das muss man alles wissen:

• Wer ist Nikolaus?

Das Wichtigste: den Nikolaus gab es wirklich. Der heilige Nikolaus wurde um das Jahr 280 geboren und starb um 350. Als historisch gesichert gilt, dass er im Jahr 325 als Bischof von Myra (heute: Demre) am Ersten Konzil von Nicäa teilnahm. Nicäa ist das heutige İznik in der Türkei.

Nikolaus gehört bis heute – über alle Konfessionsgrenzen hinweg – zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen.

In der orthodoxen Kirche, besonders in Russland, zählt Nikolaus bis heute zu den herausragenden Heiligen. In der Ostkirche heißt er „Retter der Welt“ oder „Engel auf Erden“. In den westlichen Ländern entwickelte sich das Bild eines menschenfreundlichen Kirchenmannes, volksnah und voller Güte.

• Warum feiern wir am 6. Dezember Nikolaus?

Der 6. Dezember ist der angebliche Todestag des Heiligen Nikolaus von Myra. Er wurde daher zum Gedenktag.

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• Wer war der Heilige Nikolaus von Myra?

Um die Figur des Nikolaus ranken sich zahlreiche – historisch nicht belegte – Geschichten. So soll er mit dem Vermögen, das ihm angeblich seine Eltern hinterlassen hatten, Bedürftige unterstützt und Mädchen vor der Prostitution bewahrt haben.

Nikolaus soll zudem unschuldig Verurteilte gerettet und eine Hungersnot abgewendet haben. Ein Traum habe die Bischöfe der Provinz bewogen, den angesehenen Mann zum Oberhirten der Provinzhauptstadt Myra zu wählen, heißt es.

Rund 750 Jahre befand sich sein Grab in der ihm geweihten Nikolaus-Basilika in Myra. Dann wurde die Stadt von Muslimen erobert. Der aufgebrochene Sarkophag in der Basilika wird noch heute von vielen Gläubigen verehrt.

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• Was wurde aus den sterblichen Überresten Nikolaus’?

Es gibt historische Belege die darauf hindeuten, dass schon im frühen Mittelalter einige Reliquien des Heiligen nach Konstantinopel (Istanbul) gebracht wurden. Als der spätere Kaiser Otto II. im Jahr 972 die byzantinische Prinzessin Theophanu heiratete, brachte sie einen Teil davon ins deutsche Reich mit. Die Überreste befinden sich seit 1058 im Kaiserdom zu Worms.

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Als die Muslime auch die Stadt Myra besetzten, brachen Seeleute aus dem süditalienischen Bari – wo die Verehrung des Heiligen bereits im Jahrhundert davor belegt ist – am 9. Mai 1087 in einem Handstreich den Sarkophag in der Nikolaus-Basilika auf und brachten die Reliquien des Heiligen in ihre Heimatstadt in Sicherheit.

Die Aktion und die Überführung der Reliquien nach Bari sind durch zeitgenössische Quellen belegt. Und die Basilika San Nicola im Zentrum von Bari ist bis heute ein wichtiges Pilgerziel für Christen.

Wann ist Nikolaus 2019?

Im Jahr 2019 wird der Nikolaustag - wie immer am 6. Dezember - begangen. Wer es ganz genau wissen will: Der 6. Dezember ist in diesem Jahr ein Freitag.

• Ist der 6. Dezember ein Feiertag?

Der Nikolaustag ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag – auch wenn es für viele Kinder ein Highlight ist, wenn der Nikolaus vorbeischaut.

Wer ist der Begleiter des Nikolaus?

Wenn der Nikolaus als Figur am 6. Dezember auftritt, dann tut er das oft nicht alleine. Je nach Region hat der Nikolaus unterschiedliche Begleiter. In vielen Teilen Deutschlands kommt mit ihm Knecht Ruprecht - ein eher schlecht gelaunter Begleiter, der ungezogene Kinder ermahnt oder sogar mit einer Rute droht.

In den Niederlanden ist es der "Zwarte Piet" ("Schwarzer Piet"), der mit dem "Sinter Klaas" unterwegs ist. Die Darsteller des Piets sind meist weiße Männer, die sich schwarze Farbe ins Gesicht schmieren. Die Praxis dieses "Blackfacings" ist höchst umstritten, weil sie nach Ansicht von Kritikern rassistische Stereotype bedient.

In Österreich und Bayern ist der Begleiter des Nikolaus' nicht nur unfreundlich, er sieht auch so aus. Der Krampus oder Barti ist eine mystische Gestalt, die meist mit Fell und Hörnern dargestellt wird. Ihr Wesen erinnert dabei viele auch an Darstellungen von Teufelsfiguren.

(W.B./jha/epd/ac)