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Frauen-Schutzzone zu Silvester: Gute Idee oder Armutszeugnis?

Die Feier vor dem Brandenburger Tor - hier eine Aufnahme vom 31. Dezember 2016 - ist die größte Silvesterfeier Deutschlands. Erstmals werden morgen spezielle Sicherheitszonen für Frauen eingerichtet.
Die Feier vor dem Brandenburger Tor - hier eine Aufnahme vom 31. Dezember 2016 - ist die größte Silvesterfeier Deutschlands. Erstmals werden morgen spezielle Sicherheitszonen für Frauen eingerichtet.
Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin.  Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält nichts von der Sicherheitszone für Frauen bei der Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin. "Damit sagt man, dass es Zonen der Sicherheit und Zonen der Unsicherheit gibt", sagte der Vorsitzende Rainer Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das sei eine "verheerende Botschaft" und "das Ende von Gleichberechtigung, Freizügigkeit und Selbstbestimmtheit". Frauen sollten überall sicher sein.

Kritik kommt auch von der Chefin der Jungen Union Hamburg, Antonia Niecke. Gegenüber der "Welt" sagte sie: Die Maßnahme zeige, dass Organisatoren und Verantwortliche ganz klar mit sexuellen Übergriffen dieser Art rechneten.

Mit Sicherheit Silvester
Mit Sicherheit Silvester

Idee der Berliner Polizei

Auf der größten Silvesterfeier Deutschlands gibt es in diesem Jahr erstmals eine sogenannte "Women's Safety Area". Helfer des Roten Kreuzes stehen dort bereit, falls Frauen sexuell belästigt wurden oder sich unwohl fühlen. "Wir bieten es an, falls jemand den Bedarf haben sollte, sich zu unterhalten", sagte die Sprecherin der Veranstaltung, Anja Marx. Die Idee sei aber von der Polizei ausgegangen.

Anlass für die "Safety Area" sind die Vorfälle zum Jahreswechsel 2015/16 auf der Kölner Domplatte, als Hunderte Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen und Diebstählen vor allem durch junge Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum geworden sind. Auch aus anderen Großstädten, darunter Hamburg, Stuttgart und Frankfurt/Main, waren ähnliche Vorfälle gemeldet worden.