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Freier Reformationstag: Religionsgemeinschaften sind dagegen

Erstmals war im Jahr 2017 der Reformationstag am 31. Oktober auch in Niedersachsen ein gesetzlicher Feiertag. Wird's auch in den nächsten Jahren so sein?
Erstmals war im Jahr 2017 der Reformationstag am 31. Oktober auch in Niedersachsen ein gesetzlicher Feiertag. Wird's auch in den nächsten Jahren so sein?
Foto: dpa
  • Die Landesregierung erwägt einen zusätzlichen Feiertag
  • Im Gespräch ist der Reformationstag
  • Jetzt gibt es Gegenstimmen

Niedersachsen. Die Jüdischen Gemeinden und die katholischen Bistümer in Niedersachsen haben sich gegen den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag ausgesprochen. In einem Brief an die Abgeordneten des Landtags schrieb der Präsident der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, dass er eine solche Entscheidung für nicht nur fehlerhaft, sondern für untragbar halte. Fürst wies auf antisemitische Ausfälle des Reformators Martin Luther hin.

Prälat Felix Bernard kritisierte in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" für die katholischen Bistümer: "Die Diskussion wird im Augenblick geführt, ohne dass ein ernsthaftes Gespräch mit den Religionsgemeinschaften stattgefunden hat." Mit dem Buß- und Bettag dagegen könnten alle Religionen etwas anfangen.

"Luther war ein Judenhasser"

Die jüdische Gemeinde äußert in ihrem Brief, dass die Festlegung des Reformationstages als Feiertag "nicht hinnehmbar" ist, da an diesem Tag Martin Luther verehrt werde. "Luther war aber auch ein Judenhasser", heißt es in dem Schreiben.

Ende 2017 hatte Ministerpräsident Stephan Weil den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag in Erwägung gezogen. Man müsse zunächst aber auch noch mit den christlichen Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften, der Wirtschaft und Opposition reden, so Weil.

Fazit

Die Jüdischen Gemeinden und Katholiken haben sich gegen den Reformationstag als neuen Feiertag ausgesprochen, weil an diesem Tag "Judenhasser" Martin Luther verehrt würde. Die Landesregierung sieht darin kein Problem - die evangelische Kirche habe den Tag inzwischen anders ausgelegt. Die Regierung möchte nun weitere Gespräche führen.