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Babycaust, Bio-Deutsche, Fake News: Unwort 2017 wird gewählt

"Jamaika-Aus" ist das Wort des Jahres 2017. Nun wird das "Unwort" gekürt (Symbolbild).
"Jamaika-Aus" ist das Wort des Jahres 2017. Nun wird das "Unwort" gekürt (Symbolbild).
Foto: Stephan Jansen/dpa

Darmstadt. Begriffe wie "Babycaust" und "Bio-Deutsche" könnten das "Unwort des Jahres 2017" werden. Zur Wahl stehen aber auch "Fake News" für vorgetäuschte oder falsche Nachrichten sowie "Atmender Deckel" aus der Diskussion über die Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Die sprachkritische Jury um Linguistik-Professorin Nina Janich verkündet am Dienstag, 15. Januar, in Darmstadt ihre Entscheidung.

"Alternative Fakten", "Softwareupdate" und "Sprachpolizei" für solche sprachkritischen Aktionen stehen auch auf der Liste. "Baumstilllegung" für das Fällen von Bäumen sei auch ein treffendes Unwort, sagt Janich. Da es aber nicht Menschen betreffe, habe es keine Chance

Gegen Menschenwürde

Denn zum "Unwort des Jahres" werden seit 1991 jedes Jahr Begriffe gekürt, die gegen das Prinzip der Menschenwürde oder gegen Prinzipien der Demokratie verstoßen, weil sie "einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren" oder "euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend" sind. "Volksverräter" war es 2016, "Gutmensch" 2015.

Ziel der sprachkritischen Aktion ist es, auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam zu machen und dadurch das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache in der Bevölkerung zu fördern. Die Jury wählt Formulierungen aus der öffentlichen Kommunikation, die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen. Die Wörter sollen zudem eine "gewisse Aktualität" haben, und der Kontext, in denen sie gefallen sind, muss belegt sein.

Wort des Jahres

Ganz anders das Wort des Jahres: Dazu macht die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden am Ende eines jedes Jahres einen Begriff, der nach Ansicht der Experten die öffentliche Diskussion in den vergangenen zwölf Monaten am meisten geprägt hat. "Jamaika-Aus" war es 2017.

Fazit

"Jamaika-Aus" ist das Wort des Jahres 2017. Nun wird das "Unwort" gekürt. Damit wird eine Formulierung gebrandmarkt, die gegen die Menschenwürde oder demokratische Prinzipien verstößt.