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Keime in Gewässern: Experten beschwichtigen

Wissenschaftler haben in Flüssen und Seen in Niedersachsen antibiotikaresistente Keime gefunden (Symbolbild).
Wissenschaftler haben in Flüssen und Seen in Niedersachsen antibiotikaresistente Keime gefunden (Symbolbild).
Foto: Daniel Karmann/dpa

Hannover. Nach dem Fund Antibiotika-resistenter Keime in niedersächsischen Gewässern hat das Landesgesundheitsamt teilweise Entwarnung gegeben. Resistenzgene seien in der Natur vorhanden, das sei völlig normal, sagte am Mittwoch, 7. Februar, der Abteilungsleiter für Umwelthygiene im niedersächsischen Gesundheitsamt, Roland Suchenwirth.

Dann wird's kritisch

"Das ist für den Normalbürger mit gesunder Haut, mit gesundem Immunsystem erst mal kein Problem", betonte er. "Kritisch wird das Ganze dann, wenn Patienten im Krankenhaus diese Keime haben."

Betroffen seien dort vor allem stark immungeschwächte Menschen. Der Mediziner sagte, je mehr Antibiotika eingesetzt würden, umso größer werde das Problem der Gewässerbelastung.

"Völlig unbedenklich"

Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministeriums hat sich der Antibiotika-Verbrauch in der Tiermast des Landes seit 2011 um mehr als die Hälfte verringert. Insgesamt gibt es in Niedersachsen nach Behördenangaben rund 270 kontrollierte Badegewässer, die für Menschen ohne gesundheitliche Vorbelastung völlig unbedenklich seien.

Erreger nachweisbar

In Niedersachsen waren bei stichprobenartigen Untersuchungen von Gewässern Antibiotika-resistente Keime gefunden worden. Reporter des NDR hatten an insgesamt zwölf Stellen Proben genommen und testen lassen - unter anderem an Badeseen, Flüssen und Bächen.

An allen untersuchten Orten - darunter auch zwei Badestellen - waren sogenannte multiresistente Erreger nachweisbar.