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SPD: Darf Sigmar Gabriel Außenminister bleiben?

Lars Klingbeil: Darum ist die SPD trotz Drama kein "House of Cards"

Lars Klingbeil: Darum ist die SPD trotz Drama kein "House of Cards"

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Berlin/Goslar. Darf Sigmar Gabriel (SPD) Außenminister bleiben? Seine Chancen scheinen wieder zu steigen, nachdem ein "Jobverlust" des amtierenden Vizekanzlers vor Wochenfrist fast noch sicher schien.

Der neue SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil jedenfalls schließt die Fortsetzung von Gabriels Außenminister-Karriere nicht aus: "Vor den Gremiensitzungen am 4. März ist nichts entschieden - auch nicht, wer Außenminister wird", sagte er bei einem Besuch unserer Berliner Redaktion.

Das sah noch vor einer Woche gar nicht so aus - da nämlich wollte der unterlegene SPD-Kanzlerkandidat und inzwischen mit sofortiger Wirkung als Parteichef zurückgetretene Martin Schulz noch Gabriel im Außenamt ablösen.

Hickhack in der SPD

Als sich dieser aber öffentlich über einen Wortbruch Schulz' beklagte und sogar Schulz' eigener NRW-Landesverband ihn daran erinnerte, dass er unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nie Minister werden wolle, zog Gabriels designierter Nachfolger seine Kandidatur zurück. Zuvor hatte bereits der SPD-Unterbezirk Wolfenbüttel in ein einem Beschluss gefordert, Gabriel im Amt zu belassen.

Doch parteiintern schien dies dem Noch-Außenminister nichts zu nutzen - spätestens, als er Scholz in einem Interview als "Mann mit den Haaren im Gesicht" verhöhnte, galt er in der Partei als untragbar: "Moralisch disqualifiziert" habe sich der deutsche Chefdiplomat, warfen ihm Kritiker in der SPD vor.

Gabriel - beliebt wie kein anderer

Aber: Eine Mehrheit der Deutschen - nämlich 54 Prozent - wünschen sich Gabriel weiterhin im Auswärtigen Amt. Die möglichen Alternativkandidaten - Justizminister Heiko Maas und Familien- und Arbeitsministerin Katarina Barley (beide SPD) - können in Sachen Beliebtheit Gabriel nicht das Wasser reichen.