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Schweine-Skandal aufgedeckt: Tierschützer gewinnen

 Dicht gedrängt stehen Schweine im Stall eines Mastbetriebes. (Archivbild)
Dicht gedrängt stehen Schweine im Stall eines Mastbetriebes. (Archivbild)
Foto: Patrick Pleul /dpa
  • Tierschützer gewinnen erneut.
  • Missstände in Schweinezucht gefilmt.

Naumburg. Für drei Tierschützer, die schwere Missstände in einer Schweinemastanlage in Sachsen-Anhalt aufgedeckt hatten, bleibt es beim Freispruch. Das Oberlandesgericht Naumburg hat jetzt die Revision der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Landgerichts Magdeburg als unbegründet verworfen.

Skandal aufgedeckt

Die Tierschützer waren 2013 in eine Mastanlage mit rund 60.000 Schweinen eingedrungen und hatten Missstände gefilmt. Der Eigentümer des Betriebes im Landkreis Börde hatte sie deshalb verklagt. Die Angeklagten hätten einen Skandal aufgedeckt, einen Notstand, der kaum zu überbieten sei, erklärte das Oberlandesgericht am Donnerstag.

"Kein Freibrief"

Zugleich betonte der Richter, das Urteil sei "kein Freibrief für tatsächliche oder selbst ernannte Tierschützer". Eine Notstandshandlung dürfe nur dann begangen werden, wenn es keine andere Möglichkeit gebe und massive Rechtsverstöße vorlägen.

Revision eingelegt

Die Tierschützer waren bereits in erster und zweiter Instanz, 2016 vom Amtsgericht Haldensleben und 2017 vom Landgericht Magdeburg, vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freigesprochen worden. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Revision vor dem obersten Gericht des Landes eingelegt. Die Anklage hatte Geldstrafen zwischen 300 und 800 Euro für die drei Tierschützer gefordert.