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Tarifstreit: Postler streiken vor der Post

Hannover. Briefe dürften in Teilen Niedersachsens und auch in Bremen vorerst liegenbleiben: Im Tarifstreit bei der Post hat die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik aufgerufen. Rund 400 Postmitarbeiter legten die Arbeit am Freitag in Hannover vorübergehend nieder, wie Thomas Warner, Leiter des Fachbereichs Postdienste, Speditionen, Logistik der Gewerkschaft Verdi, sagte. Bei der Zustellung von Briefen könne es zu Behinderungen kommen, bei Paketen laufe die Zustellung dagegen normal, sagte er. Zuvor hatte Gewerkschaftssekretär Sven Paschke gegenüber news38.de erklärt, dass rund 100 Streikende aus den Regionen Gifhorn und Braunschweig erwartet wurden.

Die Stimmung der Streikenden gegenüber ihrem Arbeitgeber sei "nicht so gut", betonte Warner am Rande einer Demonstration vor dem DHL-Gebäude in Hannover. Die Post habe in drei Verhandlungsrunden nur "moderate Entgelterhöhungen" angeboten, während die Dividenden für die Aktionäre deutlich stiegen: "Das ist ein Hohn", sagte er. Die Post kann die Warnstreiks nicht nachvollziehen.

Hunderttausende Beschäftigte

Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Geld für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen, außerdem will die Gewerkschaft die Möglichkeit, die Tariferhöhung in freie Zeit umzuwandeln. In Niedersachsen hat die Post rund 12.000 Mitarbeiter.

Warnstreiks gibt es außerdem in Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Schon am Vortag hatte es in fünf anderen Bundesländern Warnstreiks gegeben.